Freitag, 7. September 2018

Tag 18 und Fazit

Soo, Der Urlaub ist vorbei, wir sind wieder zuhause. Die einzige Sehenswürdigkeiten heute waren A20, A12 und A3. Ok eine Stadtrundfahrt in Frankfurt war auch noch dabei.


Gegen 9 Uhr heute morgen haben wir nach verlassen der Fähre in Rotterdam getankt und haben den Rückweg nach Maintal angetreten. Wir sind durch ein paar leichte Regenschauer gefahren, aber das kann uns so schnell nicht mehr schocken. Einmal hatten wir sogar irisches Wetter: Regen und Sonne gleichzeitig, nur kein Regenbogen.


Kurz vor Rotterdam hatten wir das erste Mal einen Stau. In Holland ist es für Motorradfahrer allerdings erlaubt mit Warnblinker langsam zwischen den Autos durchzufahren. Haben wir auch gemacht. Die meisten Autofahrer haben da auch richtig gut mitgespielt. Bei Köln hatten wir dann einen kapitalen Stau weil ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen auf der rechten Spur passiert war. Wie lang er war und wieviel Zeit wir dadurch verloren weiß ich nicht. Bin immer wieder eingenickt Winking smile. Danach war a lles okay, bis zum Frankfurter Flughafen. Ab da war auch Stau zu sehen. Wir konnten gerade noch auf die A5 abfahren und dann über Zeppelinheim quer durch Frankfurt kreuzen. Zwischen 16 und 17 Uhr ist das zwar auch kein Spaß, aber allemal besser als das was auf der Autobahn abging.


Zeit für das Urlaubsfazit. Irland ist einfach toll. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Wasserversorgung. Hier seht ihr was ich meine:


Water1Water2


Ohne Glas war nix mit lauwarmen Wasser fürs Zähneputzen.

Das rechte Bild zeigt eine typische Dusche. Meistens musste man noch an einem extra Seil ziehen um den Strom einzuschalten. Wenn man dann Glück hatte kam irgendwann dann auch warmes Wasser.


Die Menschen sind wirklich unglaublich nett.  Nicht nur gastfreundlich. So oft sind wir noch nie auf offener Straße in ein Gespräch verwickelt worden und dabei ging es nicht nur um das Motorrad, wie man vielleicht meinen könnte.


Das Wetter ist wie man es erwartet: Wechselhaft. Gerade noch traumhafter Sonnenschein im nächsten Moment Regen und Wind. Mit der richtigen Kleidung ist das aber kein Problem. Die hatten wir ja dabei und nach der Erfahrung in Schottland am zweiten Tag wussten wir ja auch dass Regenkleidung nur etwas bringt wenn man sie auch anzieht.


Die Straßen in Irland sind nicht dafür gemacht höchstgeschwindigkeitsfahren hinzulegen, aber abwechslungsreich sind sie definitiv. Es gibt “normale” Straßen, enge Sträßchen (auf denen trotzdem Reisebusse unterwegs sein können) und meine Favoriten, die Single Track Roads. Gerne auch mit Grasbewuchs in der Mitte. Da trifft man dann auch nicht mehr auf Busse. Meistens führen die zu den richtig guten Ausblicken.


Unsere Unterkünfte waren eigentlich alle in Ordnung. Wenn überhaupt gab es Ausreißer nach oben. In Galway sollte man allerdings vielleicht lieber etwas mehr Geld ausgeben Winking smile.


Wilde Tiere sind eigentlich kaum zu finden (und Dank St. Patrick und dem nicht vorhandenen Schokoriegeln auch keine Schlangen). Gelegentlich ein Hund der Motorräder wohl nicht so sehr leiden kann. Mit Schafen auf der Straße sollte man allerdings IMMER rechnen.


Die Landschaft ist wirklich großartig. Eben noch Sandstrand eine Kurve später spektakuläre Cliffs und im nächsten Moment schon wieder Hochmoor. Genialer Mix.


An dieser Stelle ist es Zeit für die harten Fakten. Hier ist ein Foto von unserem Reisecomputer:


Navi 


Insgesamt sind wir den 2.500 km langen Wild Atlantik Way gefahren. Scheinbar haben wir noch den einen oder anderen Abstecher gemacht, denn über 5.200 km lassen sich auch nicht nur mit der An- und Abreise erklären.


An dieser Stelle muss ich mich natürlich auch bei unserem wichtigsten Reiseutensil bedanken. Unserem gelben Schnabeltier. Zeit für ein paar weitere Bilder davon:


GS1GS2GS3GS4GS5GS6


Das hat sich jetzt ein ausgiebiges Bad und eine Inspektion verdient.


Ich schätze wir haben von den Iren auch etwas übernommen. Das Tee trinken. In fast jedem B&B wurden wir mit einer Tasse Tee begrüßt. Was nach einem langen Tag auf dem Motorrad für Entspannung sorgt funktioniert bestimmt auch nach einem Arbeitstag. Wir haben das heute zumindest schonmal durchgezogen:


Tea


To make a long story short: Ich denke wir werden Irland bestimmt nochmal besuchen Smile

Tag 17

Wir wollten heute nochmal ein wenig Touriprogramm machen, deshalb haben wir gestern schon Tickets für den Eintritt in Stonehenge online gekauft. Gleich um 9:30 Uhr durften wir als erste Gruppe rein. Die Steine sind schon beeindruckend wenn man bedenkt dass die vor ca. 6000 Jahren aufgestellt wurden. Das Besucherzentrum sieht so aus:

Stinehenge1

Von dort geht es dann mit einem Shuttlebus weiter an den Steinkreis. Man kann aus Sicherheitsgründen (sowohl für die Besucher, als auch für die Relikte) nicht mehr direkt an die Steine, aber trotzdem ist es echt sehenswert:

Stonehenge2Stonehenge3

Nach dem Steinkreis haben wir uns auf den Weg zum Ace Cafe gemacht, einer Kultstätte unter Motorradfahrern, die bereits 1938 eröffnet wurde. Wie ich jetzt weiß gibt es in England wohl mindestens 2 Ace Cafes, denn wir sind vermutlich rund 100 – 150  km Umweg gefahren. Nachdem Jana oft genug gesagt hat dass das irgendwie komisch ist wie wir fahren habe ich dann das Richtige im Navi gefunden und ausgewählt. Davon abgesehen hat der POI im Navi auch nicht wirklich gestimmt, aber Jana hat im vorbeifahren das Ziel entdeckt. Auf dem Navi hätte ich noch 12 km weiterfahren sollen…Das waren zwei teuer verdient Kaffee. Egal. Hier muss man als Motorradfahrer einmal hin. Und so sieht es hier aus:

Ace1Ace2Ace3

Der letzte Programmpunkt war das Erreichen der Fähre in Harwich. Das war allerdings mit Rush-Hour in London  und völlig verstopften Autobahnen und Schnellstraßen kein Spaß. Für die Rund 150 km haben wir fast 3 Stunden gebraucht. Warten mussten wir trotzdem noch relativ lange.
Auf der Fähre haben wir diesmal eine große Kabine mit Minibar und Fernseher. Außerdem haben wir ein 3 Gänge Menü im Boardrestaurant bekommen. Und  trotzdem ist die Überfahrt noch fast 100 Euro billiger als die Hinreise.

Ferry1Ferry2Ferry3Dinner1Dinner2Dinner3

Unser heutiges Domizil bewegt sich von Harwich nach Hoek von Holland und sollte da morgen um 08:00 Uhr ankommen. Allerdings starten wir mit rund einer Stunde Verspätung. Mal schauen ob sie das wieder reinholen können.

Facts of the day

  • Distanz: 420 km mit VIEL Stau
  • Kurven: Keine. Motorways
  • Wetter: Bis zur Fähre gut, in der Warteschlange hat es dann angefangen zu regnen
  • Menschen: Anders als in Irland
  • Wilde Tiere: Auch in England gibt es Schafe

Mittwoch, 5. September 2018

Tag 16

Die Nacht heute war anstrengend. Scheinbar wollten wir beide sicher gehen, dass wir die Fähre nicht verpassen. Hat funktioniert. 20 Minuten VOR dem Wecker sind wir dann endlich aufgestanden und so ist es tatsächlich passiert dass wir zwei Mal in einem Urlaub den Sonnenaufgang erlebt haben. Hier ein Beweisfoto (von Bord der Fähre):

Sunrise

Der Bootsmann hat es schon wieder fertiggebracht die GS mit nur einem Spanngurt zu sichern. Ich brauche immer mindestens 4… Übrigens wurde das gemacht. Ich musste wieder nicht selbst Hand anlegen. Klarer Punkt für Fähren der Stena Line. So sah das dann aus:

GS

In der Reihe vor uns stand schon bei unserer Ankunft (wie früh waren die denn bitte da????) schon eine BMW R 1200 R. Wir kamen auch direkt ins Gespräch. Auch hier war die sprachliche Hürde gut zu meistern, denn das Kennzeichen fing mit MSP an Winking smile. Die Fährfahrt über (ca. 3 Stunden) haben wir uns dann mit den Beiden unterhalten und zum Schluss auch Telefonnummern ausgetauscht. Nach Ankunft in Fishguard um 11:15 Uhr haben sich dann unsere Wege getrennt.

Auf unserem Weg zum B&B haben wir so dermaßen viele Kreisel fahren müssen, dass ich mir nicht sicher  bin ob ich das jemals wieder in Deutschland hinbekomme. Ich wollte sie zählen, aber ich glaube die Zahl wurde noch nicht gefunden. Den Vogel hat Swindon abgeschossen. Ich hoffe dass Fahrschüler hier NIEMALS langgejagt werden. Die Kreisel tragen in Irland, wie auch in England alle Namen. Der in Swindon heißt “The Magic Roundabout”. Hört sich großspurig an, aber wie diese Bild zeigt, ist das definitiv nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt:

Swindon

Um das Ganze zu verdeutlichen: Es handelt sich um EINEN Kreisverkehr in dessen fünf Zufahrten jeweils ein weiterer Kreisverkehr den Zugang regelt. Hier eine schematische Darstellung:

Swindon2

Wer lässt sich so etwas einfallen?!? Verdammter Freak! Naja, irgendwie haben wir es geschafft, und das OHNE böse Blicke und OHNE an gehupt zu werden! Vielleicht deutet der Name aber ja auch darauf hin, dass die Zauberer von Hogwarts, oder gar der dessen Name nicht genannt werden darf diesen Kreisel entworfen hat um neue Flüche für die Welt zu erfinden...

Weitere Sehenswürdigkeiten haben wir heute keine vorzuweisen.

Unser heutiges B&B, das “Sarum Heights” ist in Sailsbury zu finden.

Facts of the day

  • Distanz: 372 km und drei Länder (Irland, Wales und England)
  • Kurven: VERDAMMT VIELE. Ohne Kreisel deutlich weniger.
  • Wetter: Top!
  • Menschen: Deutlich zurückhaltender als Iren. Beispiel: Wir haben auf einem Rastplatz ein Handy mit Personalausweis, Kreditkarten und Führerschein gefunden. Der Besitzer hat darauf angerufen und wir haben rund 20 Minuten auf ihn gewartet. Natürlich war er freundlich, erleichtert und hat sich bedankt. Unser Kontakt dauerte aber keine 2 Minuten. In Irland (zumindest ist das mein Eindruck) hätten wir vermutlich den Rest des Tages mit dem glücklichen Besitzer verbracht.
  • Wilde Tiere: 2 Dachse. Roadkill Sad smile

Dienstag, 4. September 2018

Tag 15

Das war mal eine neue B&B Erfahrung. Wir durften uns heute morgen unser Frühstück selbst zubereiten. Dafür waren mehrere Müslis (Glutenfrei, Laktosefrei, weniger Zucker und so weiter) oder Toast und verschiedene Marmeladensorten zur Auswahl. Dazu gab es Instant Kaffee. Heute war übrigens auch der erste Tag an dem wir mittags ein warmes Panini gegessen haben. Wie das wohl zusammenhängen könnte? Heute war auch der erste Tag an dem wir schon vor 9 Uhr auf der Straße waren…

Unsere Etappe heute führte uns von Ballycotton nach Kilrane, da im Nachbarort (Rosslare) morgen (um 8:00 Uhr!) unsere Fähre nach Fishguard in Wales ablegt. Ursprünglich war der Plan dass wir 2 Tage in Dublin verbringen und von dort nach Wales übersetzen. Nachdem wir aber sehr oft gehört haben dass wir lieber die Küste weiter fahren sollten haben wir das auch getan. Dublin ist auf einen späteren Zeitpunkt, vermutlich als Wochenendtrip mit dem Flugzeug vertagt.

Gerade als wir dachten im Süden Irlands sei die Landschaft öde - zack - schon kommt sie mit ein paar schönen Flecken ums Eck, wie ihr hier sehen könnt:

View1View2View3View4 View5View6

Einen kleinen Abstecher zu einem Leuchtturm haben wir auch wieder unternommen:

Lighthouse1Lighthouse2

Von da aus ging es dann relativ unspektakulär weiter in Richtung Wexford, um  uns ein Freilichtmuseum, den “Irish National Heritage Park”, anzusehen. Hier werden die verschiedenen Epochen der Siedlungsgeschichte auf Irland veranschaulicht. Es gibt auch immer wieder Stationen an denen man Handwerk aus der aktuellen Epoche selbst ausprobieren kann. Hier sind ein paar Bilder:

Park1Park2Park3Park4Park5Park7

Unser B&B “Old Orchard Lodge” liegt wie bereits erwähnt in Kilrane. Üblicherweise wird man bei der Ankunft schon gefragt wann man gerne Frühstücken möchte. Da wir schon um 7:00 Uhr am Fährterminal sein müssen wollten wir auf das Frühstück verzichten. Jetzt steht neben uns ein Lunchpaket, das wir von Kay zubereitet bekommen haben. Nach ihrer Ansicht können wir ja nicht ohne Frühstück aus dem Haus gehen Smile.

Facts of the day

  • Distanz: 225 km
  • Kurven: Ging so.
  • Wetter: Bombe. Ich glaube jetzt – ich lasse den Satz lieber unvollendet. Das letzte Mal ging das voll in die Hose Winking smile
  • Menschen: Ich sage nur – Lunchpaket.
  • Wilde Tiere: Hunde. In Strandnähe wirklich wild, zumindest untereinander. Außerdem noch ein ziemlich gefräßiges Federvieh wie dieser Kollege hier
    Bird

Montag, 3. September 2018

Tag 14

Guter Tag. Kein Regen, dafür jede Menge Sonne.

In unserem B&B haben wir beim Frühstück unsere Irland Erfahrungen mit zwei weiteren Gästen ausgetauscht. Das hat ziemlich gut funktioniert, allerdings ist die sprachliche Barriere zwischen Maintal und Hahn (aka Frankfurt Hahn) nicht so gravierend. Mutter und Sohn waren für 8 Tage in Irland und sind heute Abend zurückgeflogen. Interessanterweise hatten die beiden deutlich mehr Gepäck dabei als wir, obwohl man bei Ryan Air doch eigentlich kein Gepäck hat…

Von unserem B&B sind wir zunächst ein Stück zurück gefahren, da der Auftakt zu unserer heutigen Tour eigentlich in Bantry war. Von dort aus ging es dann an der Küste von “Sheeps Head” entlang, der letzten Halbinsel auf unserer Liste. Auch hier gab es wieder ein Paar schöne Panoramen:

SheepsHead1SheepsHead2

Anschließend ging es dann zum südwestlichsten Ende Irlands. Auf dem Felsen namens “Mizen Head” hat bis 1989 noch ein Leuchtturmwärter seinen Dienst verrichtet. Heute funktioniert das automatisch. So sieht es da aus:

MizenHead1MizenHead2MizenHead3MizenHead4

Von dort aus ging es dann an der Küste entlang Richtung Cork. Unterwegs haben wir nochmal kurz Halt an einem weiteren Steinkreis gemacht:

StoneCircle

Ab dann wurde die Landschaft irgendwie unspektakulärer und spätestens ab Cobh (nach einer weiteren kurzen Fährfahrt) sogar eher langweilig. Es hat aber schon seinen Grund, warum der Wild Atlantic Way, dessen 2500 km wir heute komplettiert haben, hier endet.

Kurz vor unserem Ziel haben wir dann noch ein richtig wildes Tier erlebt. Scheinbar hat es ein Pferd geschafft von einer Koppel zu entwischen. Jedenfalls ist es irgendwie auf der Straße gelandet. Ein beherzter Autofahrer ist aus seinem Wagen gesprungen und hat es in den Vorgarten eines Hauses getrieben. Der arme Rasen Winking smile:

Horse

Wir übernachten heute in Ballycotton im Seaside B&B. Im Haus sind nur Gäste aber keine Gastgeber, was sich schon irgendwie seltsam anfühlt. Unser Frühstück machen wir uns morgen dann selbst.

Facts of the day

  • Distanz: 285 km
  • Kurve: Viele, aber Tendenz fallend.
  • Wetter: Richtig gut. Sonne, Sonne, Sonne.
  • Menschen: Wie immer. Einfach nett.
  • Wilde Tiere: Abgesehen von Fury noch ein Seehund in freier Wildbahn
    Seal

Nordkap - Tag 22 und Fazit

Irgendwann Nachts hat sich die See beruhigt und das Schiff hat nur noch sanft geschaukelt und wir konnten gut schlafen. Unser Frühstück dur...