Samstag, 31. August 2019

Nordkap - Tag 09

Das Zimmer von letzter Nacht war ok. Das Frühstück war gut. Entgegen unserer Befürchtungen mussten wir beim Frühstück nicht mit der Besatzung des Reisebusses um einen Platz am Buffet kämpfen, denn als wir aufgestanden sind war der Bus schon weg. Nein, das war nicht erst um 11, sondern um 07:30 Uhr. Scheint ganz schön anstrengend zu sein so eine Bustour...


Heute ist etwas Seltsames passiert. Wir haben etwas begonnen und dann nicht durchgezogen. Wir waren auf dem Weg nach Tromsø. Zum einen ist es vielleicht aus der aktuellen Opel Werbung bekannt zum anderen ist hier alles "das Nördlichste" . Die nördlichste Universität, die nördlichste Kathedrale, ...
45 km vor Tromsø wurde uns dann so langsam bewusst das dass zeitlich etwas eng wird, denn wir mussten (Achtung Spoiler) um 19 Uhr eine Fähre erwischen. Die Option war also neues Zimmer in Tromsø suchen und bereits gebuchtes Hotel stornieren, oder umdrehen Richtung Fähre. Nach kurzem Check war klar dass das Zimmer nicht kostenfrei storniert werden konnte. Unlucky us.

Der Weg führte uns dann zumeist recht unspektakulär die E6 entlang, aber trotzdem ist die Kulisse hier einfach grandios. Auf einem Parkplatz haben wir dann einen Sami Shop besucht, der in einem riesigen Lavuu (die samische Variante eines Tipi) untergebracht ist. Das war der Eingang:


Leider war das auch schon das spektakulärste, denn die angebotenen Waren sind wohl eher billige China-Importe als traditionelle Handwerkskunnst. Selbst mit mehr Platz hätten wir hier nichts gekauft.

Unser Weg führte uns wieder an ein paar schönen Fleckchen vorbei:


Unser Ziel war die Fähre von Gryllefjord nach Andenes auf den Vesterålen. Die sollte, wie bereits erwähnt, um 19 Uhr auf ihre rund 2 stündige Fahrt gehen. Zum Glück waren wir pünktlich da, also rund 3 Stunden vorher. Warten ist ja unsere große Stärke... Wenigstens hat die Strecke nach Gryllefjord Spaß gemacht. Viele Kurven, schön an der Küste entlang und wenig Verkehr 😊.

Beim Zeit totschlagen sind dann diese Bilder entstanden:


Außerdem haben wir mal ganz andere wilde Tiere entdeckt:


Als unsere Fähre ankam haben wir die 700 Meter bis zum Hotel auch noch erfolgreich gemeistert.


Facts of the day:
Distanz: 342 km
Kurven: Vor allem am Ende der heutigen Etappe.
Tunnel:  6. Echte Wühlmäuse diese Norweger.
Fähren: Eine. 3 Stunden warten für 2 Stunden Fahrt.
Wetter: Alles. Nein, stimmt nicht - Schnee und Gewitter gab es nicht.
Wilde Tiere: Siehe oben. Leider immernoch keinen der von vielen Schildern angekündigte Elch 😞. Rentiere gibt es hier wohl auch nicht mehr.


Freitag, 30. August 2019

Nordkap - Tag 08

Heute haben wir irgendwie den Startschuss verpennt bzw. wollten einfach nicht aufstehen. Die Snooze-Taste war unser bester Freund. Trotzdem sind wir nur eine Stunde später als sonst auf die Straße. Egal. Ist ja Urlaub 😊.

Aufgebrochen sind wir zusammen mit unserem alten Kumpel, dem Wind, bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen um die 20 Grad. Bis zu einer Kaffeepause in Skaidi blieb es auch so.

Als wir gerade frisch gestärkt (sowohl Finnen als auch Norweger trinken übrigens ganz normalen Filterkaffee, was sie mir persönlich sehr sympathisch macht. Normalerweise gibt es für mich im Urlaub ja meistens nur Café Americano), wieder - moment ich fang den Satz nochmal an. Das mit dem Kaffee war aber wichtig. Also - als wir gerade frisch gestärkt das Schnabeltier satteln wollten kam gerade ein norwegischer GS Fahrer an. Tatsächlich wurden wir das erste Mal in diesem Urlaub angesprochen und hatten dann einen kleinen Plausch auf dem Parkplatz des Cafés (das wie immer zu einer Tankstelle gehört).

Als wir dann eine halbe Stunde später wirklich weiter in Richtung Alta aufbrechen wurde der Himmel zusehends dunkler. Irgendwann haben wir dann auf der "Gebirgsstraße" mit mehr als 400 m über Meereshöhe angehalten um uns wasserdicht zu verpacken. Keine Sekunde zu früh, denn Thor hatte wohl heftige Pläne für den Tag. Jedenfalls hat es geschüttet was das Zeug hielt. Trotzdem haben wir unterwegs ein paar Bilder gemacht.


Gegen Nachmittag haben wir dann nochmal ein Café (ja, genau - Tankstelle) besucht um uns ein Quartier für die Nacht zu suchen. Das steht heute in Sørkjosen. Da wir keine Lust hatten bei Regen ein Restaurant zu suchen und auch nicht zusammen mit dem Reisebus aus Mosbach zusammen in unserem Hotel zu essen sah unser Abendessen heute so aus:


Beim Frühstück werden wir dann aber wohl doch aufeinander treffen...


Distanz: 356 km
Kurven: JA! Immernoch mit Seitenwind.
Tunnel:  11,5. Jetzt wisst ihr warum das hier schon die ganze Zeit steht.
Fähren: Wieder nö (aber dank der Tunnel haben wir jetzt einen kleinen Spannungsbogen)
Wetter: Sommer, Sonne, Sonnenschein. Später Wind, Sturm und Regen.
Wilde Tiere: Die üblichen Verdächtigen.


Nordkap - Tag 07

Gestern haben wir nochmal nachgerechnet. Die Anzahl der Urlaubstage reicht wohl nicht für die geplante Strecke 😞. Deshalb haben wir etwas umgeplant und sind von Inari nicht nach Nordosten in Richtung der russischen Grenze, sondern nach Nordwesten gefahren. Aber der Reihe nach.

Frühstück: Lecker.
Strecke: Kurvenlos durch lichter werdenden Wald und Moore.
Grenze: Ja, wir sind in Norwegen 😊 ziemlich unscheinbare Grenze, fremdes Geld aber wieder unsere Uhrzeit. Finnland hatte uns ja eine Stunde geklaut.

Bilder von unterwegs:


Norwegen ist landschaftlich komplett anders als die Seite von Finnland die wir kennengelernt haben. Es gibt hier oben fast keine Wälder, dafür aber Berge. Und für Motorradfahrer sogar Kurven 😊. Das haben die ganz gut hinbekommen.

Hier haben wir auch alte Bekannte aus Irland wiedergetroffen: Wind und die hier:


Dem Wind sind wir hinterher gefahren bis er uns seinem großen Bruder Sturm vorgestellt hat. Ab da bin ich dann dauerhaft in Schräglage gefahren, damit der Seitenwind uns nicht von der Fahrbahn drückt.
Am Ende der Straße war es dann, das Nordkap!
Und so sieht es da aus :


Wir hatten Glück, denn es waren keine Reisebusse da. Wenn ein Kreuzfahrtschiff zu Besuch kommt karren die 50-60 Busse hier hoch. Da hätte ich so was von keine Lust drauf. Auch sonst war es sehr überschaubar. Außer uns war noch ein anderer Motorradfahrer aus Hamburg da. Vermutlich kommen die anderen erst wenn offiziell geschlossen ist, damit sie mit den Maschinen direkt an die Weltkugel fahren können... Das große Ziel der Reise ist also abgehakt, alles was jetzt noch kommt ist Bonus 😊.

Unser Hotel ist heute in Honningsvåg, ca. 30 km südlich vom Nordkap. Wir durften freundlicherweise die Waschmaschine (kostenlos!) benutzen, sodass wir jetzt wieder einen vollen Kleiderschrank haben 😊.

Da in Norwegen Alkohol nochmal eine Schippe teurer ist als in Finnland, wollten wir unseren Absacker im Supermarkt kaufen und den dann gemütlich auf unserem Zimmer trinken. Etwas unentschlossen standen wir vor der sehr reichhaltigen Auswahl norwegischer Biersorten. Nachdem wir uns dann auf etwas geeinigt hatten sind wir um 20:19 Uhr an der Kasse gewesen. Warum ich die Uhrzeit so genau weiß? Weil in Norwegen Bier nur bis 20 Uhr im Supermarkt verkauft werden darf. An Samstagen nur bis 18 Uhr. Da haben wir schön blöd aus der Wäsche geguckt.
Dann gab es halt doch eines im Hotel (gleiche Dose wie im Supermarkt, aber rund 5 Euro teurer 😣), aber man kommt ja nicht jeden Tag ans Nordkap.


Facts of the day:
Distanz: 413 km
Kurven: JA! Viele davon mit Seitenwind
Tunnel:  5,5. Der eine war so kurz, dass er nur zur Hälfte zählt. Dafür ging der Nordkap Tunnel 7 km unter dem Meer entlang 😊
Fähren: Wieder nö
Wetter: Sommer, Sonne, Sonnenschein.
Wilde Tiere: Schafe, Rentiere und Hunde! 😊


Mittwoch, 28. August 2019

Nordkap - Tag 06

Nach einer komatösen Nacht, die nicht auf Alkohol zurückzuführen war (Anm. d. Red.), haben wir ein sehr leckeres Frühstück genossen und waren damit für den Tag gewappnet. Also für dieses Tourizeug...

Den Anfang machte das Arktikum in Rovaniemi. Dabei handelt es sich um ein Museum über die samische Kultur. Außerdem ist es ein Institut das sich der Erforschung der arktischen Region sowie der Auswirkung des Klimawandels widmet. Hier sind ein paar Bilder unseres Besuchs:


Nach dem kurzweiligen Besuch haben wir uns dann auf den langen Weg zum Polarkreis gemacht.
Nach 10 Minuten waren wir dann endlich in Santa's Office:


Ab dann ging es wieder ab in den Norden. Dabei haben wir natürlich wieder ein paar Fotostopps eingelegt :


Wilde Tiere gab es natürlich auch wieder. Also Rentiere halt. Ob die wirklich wild sind wage ich allerdings zu bezweifeln. Eigentlich sind die ganz süß und äußerst Stressresistent. Zumindest lassen sie sich durch hupen nicht aus der Ruhe bringen (egal ob Motorrad-, Auto- oder LKW-Hupe). Aber wehe du näherst dich zu Fuß. Dann sind sie schneller weg als du die Hupe finden könntest. Hier ein paar Bilder unserer Begegnungen:


Außerdem gab es die heute nochmal völlig anders:


Das Steak war lecker 😊. Die Chips nicht 😣. Die leckere Variante hat ein wenig wie Hirsch geschmeckt und könnte nochmal auf dem Teller landen. Das Knabberzeug hat eher wie Hundefutter gerochen und geschmeckt.


Unsere Unterkunft liegt heute direkt am Inarisee kurz vor Inari.

Facts of the day:
Distanz: 333 km (ja, wirklich. Wir sind keine extra Kilometer gefahren)
Kurven: Ja. Gerne auch mit plötzlich auftretenden Rentieren.
Tunnel:  Nö
Fähren: Auch nö
Wetter: Sommer, Sonne, Sonnenschein - tatsächlich 20°C beim Weihnachtsmann am Polarkreis, wenn da mal nicht die Rentiere schwitzen 🦌
Wilde Tiere: Rentiere! 😊


Dienstag, 27. August 2019

Nordkap - Tag 05

Das Frühstück in unserem Hotel hat tatsächlich unsere Erwartungen übertroffen, aber die Unterkunft hat uns deutlich gemacht dass wir wohl etwas mehr Geld ausgeben müssen, als wir es gestern getan haben.

Gegen halb zehn war die GS beladen und wir haben uns wieder auf den Weg nach Norden gemacht. Die Straßen sind hier weitestgehend menschenleer und trotz Landstraße haben wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ungefähr 80 km/h. Das liegt einfach daran dass es fast keine Kreuzungen, wenige Ortschaften und eigentlich gar keine Ampeln gibt.

Überraschenderweise haben wir trotzdem ein paar Fotos gemacht.


Heute hat sich Finnland auch so richtig ins Zeug gelegt. Die Landschaft ist immernoch sehr ähnlich wie in Kanada. Jede Menge Wald, viele, sehr viele Seen und ziemlich gerade Straßen.
Das Wetter war echt super und es gab endlich auch wilde Tiere! Rentiere genauer gesagt. Verrückterweise haben wir die ersten in einem der wenigen Orte mitten auf der Straße gefunden. Ab diesem Zeitpunkt haben wir sie dann regelmäßig auf und neben der Straße bewundern können.


Dem aufmerksamen Leser fällt vielleicht auf, dass einige der Tiere Halsbänder tragen. Das liegt nicht daran dass wir sie in einem Tierpark fotografiert haben sondern die werden hier so geboren 😊. Also zumindest bekommen sie es kurz nach der Geburt, weil sie fast alle einen Besitzer haben, der sie den Sommer über in den Wäldern leben lässt und sie nur für den Winter zusammentreibt.

Unser Hotel liegt heute Downtown Rovaniemi. Hier mussten wir nicht wieder an einer Tankstelle essen, sondern haben lecker, preislich okay, in einem Restaurant, oder so ähnlich, um die Ecke gegessen. Einen Absacker gab es anschließend im Irish Pub.
Eine der Sehenswürdigkeiten haben wir durch Zufall auch noch entdeckt - den Lordi Plaza. Lordi ist eine finnische Heavy Metal Band. 2006 sind sie beim Eurovision Song Contest angetreten und haben das Ding so was von gerockt 😊🤟.


Ein paar weitere Sehenswürdigkeiten (ja, hier gibt es noch mehr!) schauen wir uns dann morgen an.

Facts of the day:
Distanz: 454 km
Kurven: Ja, es wird. An manchen steht sogar eine Richtgeschwindigkeit, die man aber getrost ignorieren kann.
Tunnel:  Nö
Fähren: Auch nö
Wetter: Sommer, Sonne, Sonnenschein.
Wilde Tiere: Rentiere! 😊


Montag, 26. August 2019

Nordkap - Tag 04

Der Morgen fing mit einem üppigen Frühstücksbuffet an. Offenbar mögen Finnen auch gerne Porridge, nur dass sie es nicht kochen sondern in den Backofen schieben. Jana fand es jedenfalls sehr lecker.

Danach ging es dann auf die nächste Etappe unserer Reise. Mittlerweile glaube ich einfach dass der fehlende Wow-Effekt wohl genau dieser ist. Finnland ist einfach nett. Schöne Wälder, schöne Seen und endlose Straßen. Hier sind ein paar Eindrücke davon:


Unser Weg hat uns heute zu einer der rar gesäten Sehenswürdigkeiten geführt, dem einzigen  russisch-orthodoxen Männerkloster in Finnland. Gegründet wurde es 1940 als sich 240 Mönche vor  dem Winterkrieg aus der Sowjetunion retteten. Und so sieht es da aus:


Danach ging es dann weiter in Richtung unseres heutigen Ziels: Kuhmo. Kuhmo hat drei Tankstellen, ein Hotel mehrere geschlossene Restaurants und sonst eigentlich nichts. Das einzige was wir hier zu essen gefunden haben war das hier:


Und natürlich gab es das hier:


Wer braucht schon Restaurants wenn man Tankstellen hat...

Facts of the day:
Distanz: 418 km
Kurven: Sehr selten kann man eine entdecken
Tunnel:  Nö
Fähren: Eine
Wetter: Erst bewölkt, dann Sommer, Sonne, Sonnenschein.
Wilde Tiere: Ein suizid gefährdeter Vogel. Der linke Nebelscheinwerfer der GS hat ihm seinen letzten Wunsch erfüllt 😢. Dem Scheinwerfer geht es den Umständen entsprechend gut. Die körperliche Wunde konnte mittels Innensechskant geheilt werden, aber der seelische Schaden bleibt...


Nordkap - Tag 22 und Fazit

Irgendwann Nachts hat sich die See beruhigt und das Schiff hat nur noch sanft geschaukelt und wir konnten gut schlafen. Unser Frühstück dur...