2011 Korsika


Korsika Tag 1 + 2 - oder: Die Anreise

Posted in Korsika 2011 on September 03, 2011 by Martin

So, heute sind wir an unserem Zielort für die erste Woche auf Korsika angekommen. Ja, ihr habt richtig gelesen, diesmal bleiben wir wirklich eine ganze Woche an der gleichen Stelle. In der zweiten Woche dann auch wieder, allerdings wechseln wir da die Inselseite. Verrückt, oder?
Der erste Teil unserer Reise hat uns nach Algajola, im Nordwesten der Insel, geführt, wo wir vom Felsen und Meer Team um Vivien die geheimen Künste des Felskletterns beigebracht bekommen sollen. Na, ob das was wird?
Von der Ankunft hier gibt es im Prinzip Nichts besonderes zu berichten. Das Zimmer ist ok und die Gruppe ist dem ersten Anschein nach auch sehr nett. Das gemeinsame Abendessen (heute Spaghetti Bolognese) wird in einem der gemieteten Appartements von Brigitte gekocht.
Der spannende Teil war bisher eigentlich eher die Anreise. Die hat am Freitagmorgen um 8 Uhr begonnen. Wir haben dann gegen 9 Uhr unsere Mitfahrerin Andrea in Weiterstadt abgeholt und haben uns dann zu dritt, mit einem bis an die Oberkante befüllten Kofferraum auf den Weg in das rund 850 km entfernte Savona in Italien gemacht, wo unsere Fähre um 23 Uhr in See stechen sollte.
Alles lief problemlos, bis kurz bevor wir ihn erreichten, der Gotthard Tunnel aufgrund eines Fahrzeugbrandes gesperrt wurde. Wir haben zum Glück noch rechtzeitig die Ausfahrt der Autobahn erwischt, und konnten so über den Gotthard Pass den Tunnel umfahren. Auch hier hatte sich ein kleiner Stau gebildet, aber das war nichts Tragisches. Um ca. 19 Uhr kamen wir in Savona an und haben uns dann erst einmal ein Restaurant gesucht. Zum Abendessen gab es sehr leckere Pizza, die uns von einer unfreundlichen und arroganten Kellnerin serviert wurde. Nach dem Essen durften wir auch keinen Espresso trinken, da sie uns einfach ignorierte, mussten wir diesen, nachdem ich an der Theke des Restaurants gezahlt hatte (die Kellnerin wollte ich mit solchen Kleinigkeiten dann auch nicht belästigen) eben woanders suchen. In der Eisdiele auf der anderen Straßenseite hatten wir dann Glück und konnten einen Espresso zum mitnehmen kaufen, auf einem Mäuerchen direkt am Strand haben wir es und dann bequem gemacht.
Von da aus haben wir uns dann auf den Weg gemacht, um uns in der Schlange für die Fähre anzustellen. Nach dem Boarding konnte die Corsica Victoria fast pünktlich ablegen. Da es keine Schlafsessel an Bord gibt, und wir keine Kabine reserviert hatten, mussten wir uns einen Schlafplatz suchen. Unsere Wahl fiel auf das Oberdeck (ja, im Freien) der Fähre, wo wir es uns in Liegestühlen, wie sie auch am Strand stehen, ungemütlich gemacht haben. Bilder, wie es in der Nacht auf der Fähre aussah, seht ihr hier:
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http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/faehre_aussen.jpg
Es hat zum Glück nicht geregnet und die ca. 25° waren auch ok, aber in den frühen Morgenstunden wurde dann leider Alles etwas klamm. Pünktlich um 6 Uhr hat das Bordrestaurant für das Frühstück geöffnet.
Um ca. 8 Uhr hat die Fähre dann heute in Bastia angelegt und wir konnten die restlichen 70 km nach Algajola angehen. Zwischendurch sind wir noch ein wenig durch den Yachthafen von Saint Florent spaziert um uns die Boote und Yachten anzusehen und noch ein wenig am Meer zu sitzen.
In Algajola sind wir dann gegen 12 Uhr angekommen. Gegen 14 Uhr konnten wir dann unser Zimmer beziehen. Ein Problem haben wir mit dem Zimmer allerdings doch: die Entfernung zum Meer könnte kürzer sein. 30 Meter sind einfach zu weit ;-).

Korsika - Tag 3
Posted in Korsika 2011 on September 05, 2011 by Martin

Das Wichtigste vorweg: Uns geht es gut. 
Heute war der erste wirkliche Urlaubstag, der mit gemeinsamen Frühstück der Gruppe und einer Vorstellungsrunde begann. Das Primärziel eigentlich aller Gruppenmitglieder ist das Gleiche: Spaß haben beim Klettern, und dabei auch noch etwas lernen. Vivien, Tonio und Frank haben das am ersten Tag auch schon super hinbekommen.
Wir sind von unserer Unterkunft in den Nachbarort, in ein Klettergebiet unterhalb des Leuchtturms, gefahren. Der erste Tag sollte vor allem dazu dienen, dass sich das Betreuerteam ein Bild von dem bisherigen Können der Teilnehmer machen konnte. Dazu wurden in dem Klettergebiet mehrere Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade eingerichtet, die dann von der Gruppe abwechselnd in Angriff genommen wurden. Jana und ich haben uns dabei gegenseitig gesichert. Zumindest bis auf eine Ausnahme, bei der Jana dann dieses Bild gemacht hat.
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Das hat natürlich den Nachteil, dass ich kein Bild von Jana am Fels machen konnte.
Das Klettern am Fels macht uns viel mehr Spaß als in der Halle, da man sich zum Einen in der Natur befindet, und man zum Anderen nicht Alles so machen muss, wie es sich derjenige, der eine Route gebaut hat, überlegte. Es ist einfach ein ganz anderes Klettern als in der Halle.
Nach unserem Mittagessen (belegte Baguettes, die wir beim Frühstück vorbereitet haben) mussten wir leider das Klettern einstellen, da es zu regnen begonnen hat. Das hatte zwar den Vorteil, dass wir am Nachmittag zwar etwas relaxen konnten, aber dafür sind wir ja eigentlich nicht hier. Wir haben dann auch Frank und Tonio angesprochen, dass wir keinen Regen gebucht haben. Sie gelobten Besserung und haben ihn für den Rest der Woche aus dem Programm gestrichen.
Um 19 Uhr haben wir dann wieder Alle zusammen zu Abend gegessen und haben dabei einen tollen Sonnenuntergang genießen dürfen.
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Danach haben wir noch bei dem einen oder anderen Kaltgetränk zusammen gesessen und unseren ersten Klettertag gemütlich ausklingen lassen.
Morgen geht es dann in ein anderes Klettergebiet, das sich aber auch in unserem Nachbarort befindet. Ich bin mal gespannt, was uns da dann erwartet.
Zum Schluss noch Eines: Ich soll euch einen schönen Gruß von Dieter ausrichten.

Korsika - Tag 4
Posted in Korsika 2011 on September 06, 2011 by Martin

Das Wichtigste wieder zu Beginn: Uns geht es fast super. 
Mittlerweile sehen zwar unsere Knie und Schienbeine aus, als wären wir noch im Kindergarten oder in der Grundschule, aber das bleibt eben nicht aus, wenn man versucht sich an Granit mit Händen und Füßen nach oben zu bewegen.
Heute haben wir Einiges dazugelernt. Wusstet ihr, dass man auf den Beinen länger stehen, als man sich an den Armen festhalten kann? Wir jetzt schon. Der Anfang unseres Klettertags wurde von Theorie bestimmt. Hört sich langweilig an, war es aber nicht. Danach haben wir dann an leichten Routen das sogenannte Reibungsklettern geübt. Dabei versucht man den Fuß und den Körperschwerpunkt so am Fels zu positionieren, dass man eigentlich ohne Einsatz der Hände voran kommt. Das hat auch ganz gut geklappt.
Zum vertiefen der Erkenntnis, dass man sich auf seinen Füßen fortbewegen kann, und um die Technik des Reibungskletterns zu verinnerlichen, hat Vivien mit uns zwei interessante Übungen gemacht. Zu erst haben wir uns ein Express-Set (zwei Karabiner, die durch ein Stück Stoff (Bandschlinge) verbunden sind) an beiden Schuhen befestigt. So konnten wir die Füße maximal 20 cm voneinander entfernen. Das hört sich lustig an und sah auch so aus. Zum Ablassen durften wir die zum Glück wieder entfernen. Die zweite Übung war Reibungsklettern mit verbundenen Auen, also blind. Wir haben uns die Augen verbunden und sind blind den Fels hinauf geklettert. Das sollte uns vertrauen zu unseren Füßen bringen, da wir ja nicht sehen konnten, auf was für Sandkörnern so ein Kletterschuh halten kann. Meine Theorie ist ja immer noch, dass Vivien einfach nur sehen wollte, wie wir uns zum Affen machen.... . Aber es hat uns wirklich weitergeholfen.
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Danach konnten wir dann das Erlernte in verschiedenen Routen, verschiedener Schwierigkeitsgrade ausprobieren. Eigentlich geht der Kurs ja bis 14:30 Uhr, aber das Klettergebiet von heute hatte so viele schöne Routen zu bieten, und la zudem noch den ganzen Tag im Schatten, dass es dann doch 17:00 Uhr wurde, bis wir uns auf den Heimweg gemacht haben.
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Das war auch gerade rechtzeitig, dass Jana und ich uns noch duschen konnten, bevor wir Brigitte, der Küchen-Chefin beim Abendessen helfen durften, da wir heute zum Küchendienst eingeteilt waren. Das hat sich allerdings auf Nudeln kochen, Tisch decken und abspülen der großen Kochutensilien beschränkt. Das schmutzige Geschirr kommt in die (Achtung Luxus:) Spülmaschine, und das Essen kocht Brigitte so lecker, dass sie dabei beim besten Willen keine Hilfe braucht. Es gab heute übrigens Lachs mit Blattspinat und dazu Tagliatelle.
Danach haben wir den Abend wieder in gemütlicher Runde ausklingen lassen.

Korsika - Tag 5
Posted in Korsika 2011 on September 07, 2011 by Martin

Das Traurige zu erst: Uns geht es nur noch zu 50% gut. Leider hat sich Jana bei einem Sturz ins Seil beim Vorsteigen den linken Fuß verletzt. Scheinbar hat sie ihn beim abbremsen des Sturzes irgendwie verdreht, oder er ist gegen den Felsen geschlagen. So genau kann sie das auch nicht mehr sagen. Wir hoffen dass das in den nächsten Tagen, durch Eispackungen, einreiben mit Salben und Schmerzmitteln wieder besser wird. Franziska, eine unserer Kletterpartner, ist Krankenschwester und hat sich den Fuß angesehen. Sie ist der Meinung, dass es „nur“ eine Prellung ist. Generell kann man sagen, dass die ganze Gruppe super hilfsbereit ist.
Jetzt aber zu den erfreulicheren Ereignissen an diesem Tag, bevor das Missgeschick passiert ist.
Heute haben wir zum Einstieg erst verschiedene Toprope-Routen geklettert, bevor es dann an die Theorie zum Vorstieg ging. Vivien hat uns das Ganze super erklärt. Dabei ging es ihr vor Allem darum, dass wir nicht nur wissen, wie wir es machen sollen, sondern auch verstehen, warum man es so macht. Danach haben wir dann unser neues Wissen in der Praxis erproben dürfen. Eigentlich hat das bei uns beiden auch super funktioniert, bis Jana leider an einer Schlüsselstelle in der Route, mit bekanntem Ausgang, abgerutscht ist.
Wir haben heute aber nicht nur etwas über das Vorsteigen gelernt, sondern auch über die unterschiedliche Bedeutung von Verkehrsschildern auf Korsika. Auf dem Weg zu unserem heutigen Klettergebiet sind wir an einem roten, runden Schild, durch das waagerecht ein weißer Balken ging, vorbei gefahren, Laut einer Person, deren Namen ich hier nicht schreiben möchte, handelt es sich dabei um ein „Parken verboten“ Schild. Naja, andere Länder, andere Schilder eben... Jedenfalls hatte man von dem Klettergebiet einen super Ausblick, wie man hier sehen kann:
 http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/ausblick.jpg
Morgen ist glücklicherweise erst einmal Ruhetag, so dass Jana auf jeden Fall ihren Fuß schonen kann.
Achso, das hätte ich fast vergessen. Wir haben heute auch ein wildes Tier gesehen:
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Korsika - Tag 6
Posted in Korsika 2011 on September 08, 2011 by Martin

Das Wichtigste wieder zu erst: Uns geht es zu 75% gut. Jana kann schon wieder auf ihrem Fuß stehen und auch wieder ohne Stock laufen. Sie ist verhalten optimistisch, dass sie morgen wieder klettern kann. Falls das aber nicht funktionieren sollte, dann ist das auch nicht schlimm, da das morgige Klettergebiet direkt am Strand liegt, und sie somit auch schwimmen gehen kann, falls der Fuß noch nicht so ganz mitspielt.
Am heutigen Ruhetag haben Jana und ich es ganz ruhig angehen lassen, da sie ja ihren Fuß schonen wollte (laut Franziska: sollte). Dass wir keinen ganzen Tag am Strand verbringen können wird euch wahrscheinlich nicht überraschen. Deshalb sind wir heute nach Calvi gefahren und sind dort durch die Fußgängerzone geschlendert (ja, wirklich geschlendert).
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/notredamedellaserra.jpg
Danach sind wir noch zur Chapelle de Notre-Dame-de-la-Serra, ein Stück oberhalb von Calvi gefahren. Ich habe kurz überlegt, ob ich nicht Free-Solo zu der Madonnen-Statue klettern sollte, aber der Trupp bewaffneter Fremdenlegionäre, der gerade dort ankam, hat mich dann davon abgehalten, die ca. 3m hohen Granitfelsen zu erklimmen. Stattdessen haben wir einfach den tollen Ausblick von dieser Stelle genossen.
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/ausblick2.jpg 
Als wir die zwei Geocaches in der Umgebung der Kapelle eingesammelt hatten, haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht. Im Zimmer angekommen haben wir uns ein wenig hingelegt um etwas zu relaxen (das war ja auch so verordnet).
Der Abend endete, wie immer, mit einem gemütlichen Beisammensein und dem ein oder anderen Kaltgetränk.
Hoffentlich geht es morgen Jana's Fuß wieder so gut, dass sie auch ein wenig klettern kann...

Korsika - Tag 7
Posted in Korsika 2011 on September 09, 2011 by Martin

Heute geht es uns zu 90% gut. 
Jana's Fuß machte ihr heute kaum zu schaffen, so dass sie mit zu dem heutigen Klettergebiet in Porto gefahren ist. Das Klettergebiet liegt direkt am Stand, so dass, bei der starken Brandung von heute, teilweise die Wellen das Wasser über die Seilsäcke spülte. Jana wollte zumindest einmal versuchen, ob es mit dem Klettern wieder funktioniert. Falls sie dabei herausgefunden hätte, dass es nicht geht, hätte sie sich einen schönen Tag am Strand und im Meer gemacht.
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Leider war aber die Brandung heute so stark, dass der Rettungsschwimmer schon die rote Flagge gehisst hatte, als wir dort ankamen. Aus Jana's Tag am Strand wurde also nichts. Dafür hat sie aber festgestellt, dass ihr Fuß wieder so weit in Ordnung ist, dass sie wieder klettern kann. So hat sie heute ihre erste Route im Vorstieg, diesmal ohne Verletzung, gemeistert. Außerdem hat sie mich heute zum ersten Mal im Vorstieg gesichert, was auch problemlos klappte. Zum Klettergebiet kann man nur sagen: Genial! Direkt am Meer konnten wir unser „Basislager“ aufschlagen und konnten den ganzen Tag der Brandung zusehen. Und so sieht es in Porto aus:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/porto.jpg
An neuem Wissen haben Vivien, Tonio und Frank uns heute vermittelt, wie man an der Umlenkung nach dem Vorstieg das Seil so umbaut, dass man kein Material an der Wand zurücklassen muss. Die ersten Versuche haben wir an Bohrhaken gemacht, bei denen wir noch auf festem Boden standen. Nachdem jeder aus der Gruppe das gemacht hatte, haben wir den Umbau in einfachen Vorstiegsrouten geübt. Tonio hat das Ganze am Ende der Routen überwacht, da man zwischendurch den Einbindeknoten aus dem Gurt lösen muss, damit man das Seil durch den Umlenker führen kann.

Korsika - Tag 8 und 9
Posted in Korsika 2011 on September 10, 2011 by Martin

Für Alle, denen es noch nicht aufgefallen ist: Gestern gab es hier nichts Neues. Gestern wurde es etwas später, weil wir dem Team von Felsen und Meer dabei helfen mussten, dass alle flüssigen Lebensmittel bis heute morgen leer sind ;-) . Das hat auch ganz gut funktioniert, glaube ich mich erinnern zu können...
Aber zurück auf Anfang: Gestern hatten wir noch einmal einen theoretischen Teil am Fels, bei dem wir gelernt haben, wie man sich, auch ohne das Ende der Route zu erreichen und sein ganzes Material aus der Wand mitnehmen kann. Dabei muss man sich dann selbst abseilen. Das funktioniert hier natürlich ganz Anders, als beim Geocachen, macht aber genau soviel Spaß. Das haben wir natürlich nicht gleich am Ende einer Route geübt, sondern erst an dem ersten Bohrhaken, auf ca. 2-3 Metern Höhe. Danach durften wir versuchen, ob wir es auf 20m Höhe auch noch hinbekommen. Dabei hat uns natürlich jemand auf die Finger geschaut. Wir haben uns zu jedem Zeitpunkt gut betreut und absolut sicher gefühlt, auch wenn man am Ende der Route dann den Einbindeknoten am Gurt aufmacht.
Nach diesem Teil durften wir dann natürlich noch viele andere Routen versuchen. Bei einer Route davon haben Marius und Tanja wortgewaltig unterstützt, manchmal sogar sinnvoll. Zwischendurch war ich aber auch über meinen selektiven Tinnitus froh, der verhindert hat, dass ich Sätze wie „Da ist ein riesen Henkel“ (eine ca 3mm breite Kante am Fels), „Du brauchst Nichts suchen, da gibt es Nichts mehr“, oder „Reibungsklettern macht Spaß“ verstehen konnte. Es ist schon erstaunlich, dass man ohne Griffe und Tritte tatsächlich an einer annähernd senkrechten Wand nach oben laufen kann, wenn man sich auf das Reibungsklettern wirklich einlässt. In Bodennähe fällt das natürlich viel leichter, als bei den letzten 2 Metern vor der Umlenkung. Egal, ich war oben. Zwischendurch hatte ich nur eine wenig ein seltsames Gefühl, da in unserer Nähe mehrere Schüsse fielen. Wahrscheinlich wurden wieder neue Verkehrsschilder aufgestellt, auf denen der französische Name durch Blei entfernt werden musste...
Am Abend kam es dann zu einem mittelschweren Trinkgelage am Strand. Darauf möchte ich nicht weiter eingehen, allerdings entstand dabei dieses Bild:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/gelage.jpg
Das schwarze im Hintergrund ist übrigens das Meer.
An dieser Stelle ist es Zeit für ein kleines Zwischenfazit: Hergekommen sind wir mit gemischten Gefühlen, da sich der Urlaub ein wenig nach Schullandheim (Stichwort Küchendienst) angehört hat. Außerdem weiß man ja nie, wie man sich mit den anderen Teilnehmern einer solchen Gruppenreise versteht. Als Lernziel stand bei uns natürlich ganz klar der Vorstieg an erster Stelle. So, und was haben wir bekommen? Die Reise war vielleicht wirklich ein bisschen wie Schullandheim, aber das ist auch genau richtig so. Ich fand es wirklich klasse. Die Gruppe hat super harmoniert und Vivien, Tonio und Frank (den ich jetzt einfach mal zum Trainerteam dazu zähle, da er uns auch ständig mit Rat und Tat zur Seite stand) haben mit ihrer lockeren Art uns immer wieder motiviert neue Herausforderungen anzugehen und neues Wissen zu lernen. Dabei haben sie sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir nicht nur wissen wie wir etwas machen müssen, sondern auch warum wir das genau so machen und nicht anders.
Jetzt noch mal das Fazit in kurz: Brigitte ist eine super Köchin und Vivien, Tonio und Frank sind klasse Klettertrainer.
Ach so, für Alle, die sich für klettern interessieren ist hier eine Empfehlung für ein Buch, das vielleicht bald geschrieben wird und den Titel tragen könnte „Klettern - Felsen und Meer, Felsen und Meer – klettern, das umfassende Wörterbuch“. Darin werden dann Wörter wie „Laufmasche“ zum knüpfen eines Mastwurfs, „Umleitung“ als alternative Bezeichnung für eine Umlenkung oder das „Ablassgerät“, das diesmal nicht von der katholischen Kirche, sondern im Kletterfachhandel als Sicherungs- oder Abseilgerät verkauft wird, beschrieben. Sicherlich werden auch Dinge wie der „Mörder Griff“, „Monster Henkel“ und der Leitsatz „Reibungsklettern mach Spaß“ nicht fehlen. Vielleicht wird auch beschrieben, wie ein „Klimmzug am ausgestreckten Arm“ funktioniert...
Der heutige Tag ist dagegen weniger spektakulär gewesen. Zunächst mussten wir nach dem Frühstück mit anfassen, da zwei Appartements bis 10 Uhr geräumt und geputzt sein mussten. Das hat auch als Gruppenleistung wieder klasse funktioniert. Danach sind verschiedene Grüppchen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, je nachdem wann Flug oder Fähre zu erreichen war, aufgebrochen. Am Schluss waren dann nur noch Vivien, Frank, Andrea und wir beide übrig. Wir haben uns dann noch über kalte Nudelpfanne von gestern her gemacht. Als die dann auch weg war kamen Dieter, Ulli und Friedrich um Andrea abzuholen.
Danach haben wir uns dann von Vivien und Frank verabschiedet mit dem Versprechen verabschiedet, dass wir uns melden, wenn wir im Herbst nach Duisburg fahren. Das „müssen“ (wollen!) wir jetzt auch, da Vivien uns ihren Kletterführer von Korsika geliehen hat, und wir für sie zwei große Pfannen eingepackt haben, in denen Brigitte die Woche über unser Abendessen gezaubert hat. Wir haben Vivien und Frank noch einen schönen Urlaub gewünscht, da sie wie wir noch eine Woche auf Korsika bleiben werden, und sind dann nach Ghisonaccia (an der Ostküste von Korsika) aufgebrochen, wo wir die restliche Woche im Bungalowdorf Marina d'Oru unser „Basislager“ aufgeschlagen haben.
Das Appartement ist in Ordnung, aber viel mehr können wir noch nicht sagen, da wir erst gegen 18 Uhr hier angekommen sind und uns noch nicht weiter hier umgeschaut haben.

Korsika - Tag 10
Posted in Korsika 2011 on September 11, 2011 by Martin

Heute haben wir es erst einmal ruhig angehen lassen, was bedeutet: wir haben ausgeschlafen. Das heißt wir haben gefrühstückt, als Andere schon wieder an das Mittagessen gedacht haben. 
Nachdem wir die erste Mahlzeit des Tages in aller Ruhe hinter uns gebracht hatten, haben wir uns mit den Reiseführern beschäftigt. In unserem Wanderführer haben wir dann entdeckt, dass fast unmittelbar an unserem Bungalow ein Barfußwanderweg vorbei geht. Böse Zungen (ich selbst) behaupten ja, ich sei ein Weichei wenn es um das Barfuß laufen geht, aber trotzdem habe ich mehr als die Hälfte des Weges ohne Schuhe zurück gelegt. Allerdings war das auch eine Strecke auf dem Strand entlang. Dabei konnten wir diese wilden Tiere entdecken:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/voegel.jpg
Als es dann in einen Pinienwald ging haben wir die ersten paar hundert Meter auch noch Barfuß bestritten, allerdings mussten wir dann doch auf unser festes Schuhwerk (Flip-Flops) greifen, da uns ein Schwarm wilder Wespen den Weg versperrte. In einer Geschwindigkeit, die ein professioneller Sprinter kaum schlagen könnte, sind wir den Trampelpfad entlang gerannt, bis wir das Gefühl hatten, dass uns keine Wespe mehr folgt (das war ca. nach 2 km). Irgendwie haben wir vor lauter rennen ganz vergessen den Schwarm zu fotografieren, aber ihr könnt euch bestimmt vorstellen wie das aussah...
Auf dem Rückweg haben wir dann noch die folgenden halb-wilden Tiere (sie waren eingezäunt) entdeckt:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/esel.jpg
Nach ungefähr 14km waren wir dann wieder an unserem Auto und zurück zu unserem Bungalowdorf gefahren.
Nach einer ausgiebigen Dusche haben wir uns dann auf den weg zum Restaurant gemacht, wo wir ein sehr leckeres Abendessen genießen konnten.

Korsika - Tag 11
Posted in Korsika 2011 on September 12, 2011 by Martin

Zu Beginn des heutigen Eintrags muss ich eine Warnung aussprechen: Für Leute, für die Fäkalausdrücke eine zu starke nervliche Belastung bedeuten, ist das Ende des heutigen Blogs nicht geeignet. Ich werde zu gegebener Zeit noch einmal warnen, damit ihr rechtzeitig mit dem lesen aufhören könnt.
Heute haben wir es nicht ganz so ruhig angehen lassen, da wir uns heute das ca. 90 km entfernte Bonifacio (das würde auf Korsika schon wieder mit einer Spraydose oder einem Gewehr bearbeitet werden, da das der französische Name ist. Auf Korsisch würde es Bunifaziu heißen) ansehen wollten.
Die ca. 3000 Einwohner zählende Stadt wurde im 9ten Jahrhundert gegründet und im 12ten Jahrhundert von den Genuesern eingenommen. Seit 1768 ist Bonifacio unter französischer Herrschaft und 1793 bereitete ein großer Feldherr, aber kleiner Mann, namens Napoleon Bonaparte, die Invasion Sardiniens vor. Die Altstadt von Bonifacio ist von schmalen Gassen und vier bis fünf stöckigen Häusern geprägt. 
Entlang der Klippen von Bonifacio kann man zum südlichsten Punkt Korsikas laufen, dem Capo Pertusato. An dieser Stelle ist Sardinien sehr gut zu sehen, da es nur noch rund 12km entfernt ist. Außerdem hat man von dieser Stelle einen tollen Blick über die Stadt und den „Grain de Sable“, der im Volksmund „Sandkorn“ genannt wird. Vor rund 800 Jahren brach er von der Küste ab. Unweit des südlichsten Punkts haben wir das folgende Foto geschossen:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/bonifacio.jpg
Als wir von unserer Wanderung an der Küste entlang zurück waren, haben wir uns erst einmal einen sehr leckeren Eiskaffee gegönnt, bevor wir uns auf den Weg zurück machten. Nach dem Abendessen haben wir noch einmal ein Bild vom Meer gemacht:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/mondschein.jpg 
So, jetzt zu meiner Warnung: Leute mit schwachen Nerven sollten jetzt nicht weiterlesen, der Eintrag endet in diesem Fall hier.

Für alle Anderen werde ich jetzt schildern, warum ich heute mein Auto putzen musste, und warum der Satz „Scheiß die Wand an“ auf Korsika wohl „Scheiß das Auto an“ heißt. Als wir heute in Bonifacio zu unserem Auto zurück kamen musste ich feststellen, dass jemand mit Verdauungsproblemen sich hinter meinem Auto erleichtern musste. Dabei hat er so schlecht gezielt, dass er hinter dem Radkasten auf der Fahrerseite den Insignia getroffen hat. Ich denke das ist bildlich genug ausgedrückt, weshalb wir auch auf einen fotografischen Beweis verzichtet haben. Einfach widerlich! Falls sich jetzt jemand fragen sollte, wo wir denn da wieder mal geparkt haben: Es war ein öffentlicher Parkplatz, für den wir eine halbe Stunde angestanden und 7 Euro Parkgebühren bezahlt haben. Zu erwähnen ist noch, dass ca. 300 Meter von unserem Auto entfernt eine öffentliche Toilette zu finden gewesen wäre.

Korsika - Tag 12
Posted in Korsika 2011 on September 13, 2011 by Martin

Heute haben wir eigentlich nicht wirklich viel gemacht, waren aber irgendwie trotzdem den ganzen Tag unterwegs. Unser heutiges Ausflugsziel war der Col de Bavella, der Gebirgspass unterhalb des Aiguilles-Massivs. Die traumhafte Gebirgslandschaft lockt fast jeden Touristen an der Ostküste Korsikas hierher, egal ob per Fahrrad oder per KFZ. Natürlich quälen sich auch Reisebusse die engen Serpentinenstraßen hinauf. Ganz nebenbei ist der Col de Bavella auch der Ausgangspunkt für den Zustieg zu den wohl berühmtesten Klettergebieten Korsikas. Wir haben das uns heute schon mal näher angesehen, und beschlossen morgen nochmal mit unserer Kletterausrüstung dorthin zu fahren, um die eine oder andere Route zu klettern. Bavella war übrigens auch ein Tipp von Dieter. Einen Eindruck wo wir da so „rumhängen“ könnt ihr von diesem Bild bekommen:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/bavella.jpg
Auf der Serpentinenstraße haben wir auch eine der Sehenswürdigkeiten Korsikas angetroffen: Schweine. Wilde Schweine um genau zu sein. Diese hier haben sich freundlicherweise in einer Parkbucht positioniert, so dass wir in aller Ruhe Fotos machen konnten:
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Zuletzt muss ich euch noch unseren Mitbewohner vorstellen. Leider haben wir noch keinen Namen für ihn und er ist auch nicht wirklich zutraulich, aber er scheint es sich hinter der Lampe über unserer Eingangstür häuslich eingerichtet zu haben. Wir haben ihn schon öfter gesehen, aber heute hat er sich endlich fotografieren lassen. Bis wir abreisen frisst er mir bestimmt auch aus der Hand... .
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Übrigens hat eine kurze Internetrecherche ergeben, dass unser kleiner, schuppiger Freund nicht zu den 15 in Frankreich vorkommenden Eidechsenarten, sonder zur Gattung der Tarentola Mauritanica gehört. Auf deutsch heißt das Mauergecko. Wenn ich mir seinen Lebensraum hinter der Lampe so ansehe: Der Name ist Programm...

Korsika - Tag 13
Posted in Korsika 2011 on September 14, 2011 by Martin

Das Wichtigste nach einem Klettertag: Uns geht es gut. Keine Stürze, oder ähnliche Vorkommnisse sind zu vermelden.
Heute ging es, wie ja bereits gestern angekündigt, wieder zum Col de Bavella, diesmal allerdings mit der Absicht zu klettern. Oben angekommen mussten wir allerdings erst einmal auf einen Darmstädter Geländewagen warten, der uns auf dem Weg zum Pass einige Kilometer vor dem Kühler hing. Der hatte an der Heckscheibe einen Travelbug-Aufkleber, den wir, egal wie dicht ich auch aufgefahren bin, nicht lesen konnten. Nach einem kurzen Plausch mit den beiden Insassen haben wir uns dann auf den Weg zum Klettergebiet gemacht.
Dort waren bereits zwei weitere Seilschaften zu Gange. Eine davon war ein deutsches Pärchen, vermutlich Mitte 20. Zu den beiden kommen wir später noch einmal. Nachdem wir unser „Basislager“ im Schatten eines Baums aufgeschlagen hatten, haben wir in Vivien's Kletterführer uns zielsicher die längste Route ausgesucht, die an dieser Wand verfügbar ist. Allerdings ist es nur eine 4. Das war zunächst aber erst mal uninteressant, da wir zur Wiederholung des Umbauens und des Abseilens, nur zum ersten Bohrhaken geklettert sind. Dort haben wir dann die Kursinhalte der letzten Woche rekapituliert. Als wir das beide durch hatten, ging es dann an das richtige Klettern.
Da Jana's Fuß noch immer nicht vollkommen in Ordnung ist, wollte sie heute nicht vorsteigen, weshalb ich ihr das Seil nach dem erfolgreichen Durchstieg der Route zum Toprope umgebaut habe. Das Toprope war auch für Jana kein Problem, und ohne Schmerzen im Fuß hätte sie auch locker den Vorstieg gemeistert. Der Abstand der Bohrhaken war in dieser Route aber schon deutlich weiter, als bei den Routen, die wir letzte Woche gemacht haben. Ich muss gestehen, dass ich bei der 4 Teilweise mit den „riesen Henkeln“ und „monster Tritten“ überfordert war und manchmal nicht wusste, was ich denn jetzt gerade nutzen will.
Nachdem wir unser Seil wieder ausgebaut hatten, haben wir erst einmal Brotzeit gemacht und beim essen das tolle Bergpanorama genossen:
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Außerdem haben wir die kleine Auszeit genutzt, um noch ein paar wilde Tiere zu fotografieren:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/tier2.jpg
Danach haben wir noch einmal eine 4+ nach dem gleichen Prinzip gemacht: Ich den Vorstieg, danach Umbau zum Toprope für Jana. Das Spiel drehen wir um, sobald ihr Fuß wieder in Ordnung ist.
In der Zwischenzeit ist neben uns auch ein weiteres Pärchen angekommen, die der Sprache nach scheinbar aus Osteuropa stammen, mit denen wir uns aber problemlos auf englisch unterhalten konnten. Die beiden erwähne ich nur deshalb, weil sie, neben uns, die Einzigen waren, die Helme trugen (für Vivien: Ja, wir haben die Helme auch auf, wenn wir alleine klettern).
So, erinnert ihr euch noch an das deutsche Pärchen? Die beiden haben uns 2 Dinge verdeutlicht. Erstens: es macht Sinn einen Kurs zu besuchen und Zweitens: wir haben beim Felsen und Meer Team die wirklich wichtigen Dinge gelernt (nein, ich meine nicht „Reibungsklettern macht Spaß“). Wie das ohne dieses Wissen aussehen würde, haben uns die beiden gezeigt. Die beiden haben es bis zum vierten Bohrhaken im Vorstieg geschafft. So weit, so gut. Dann kam von ihm die Frage „reicht mein Seil noch?“, ihre Antwort war „Ich denke schon.“, worauf hin er erwiderte „o.k. dann versuche ich es bis zur Umlenkung (Umleitung ;-) )“. Er hat es nicht geschafft, aber dieser Dialog war schon der Hammer.... Ein anderes Highlight war, als Sie ebenfalls an der vierten Exe (=zwei Karabiner, die durch Bandschlingenmaterial (=Stoff) miteinander verbunden sind, und ca. 2,2 Tonnen statisch halten können; man braucht sie im Vorstieg um von Bohrhaken zu Bohrhaken, in der Wand, sein Seil einzuhängen. Andernfalls würde man ja immer direkt auf den Boden fallen. Der Abstand der Bohrhaken variiert in den Klettergebieten, hier sind es meist 2 - 3m) nicht mehr weiter kam, von Ihm die Anweisung bekam, sich in den Gurt zu setzen. Ihre Antwort war „Du weißt doch, dass ich Angst davor habe. Ich klettere lieber wieder nach unten.“
Aber es wird noch besser: Die vierte Exe haben die beiden als Toprope-Umlenkung benutzt. Die hing ja jetzt in der Wand. Der Geiz sagt einem natürlich (absolut verständlich): „Die will ich wieder haben!“. Das Prozedere mit Kurs wäre: hochklettern bis zur letzten Exe. Einhängen der Selbstsicherung. Umbauen zum Abseilen. Auf dem Weg nach unten alle Exen mitnehmen. Eigentlich ganz einfach, wenn man weiß, wie.
Die Vorgehensweise, die wir beobachten konnten war: Im Toprope hochklettern bis zum dritten Bohrhaken. Exe einhängen. Hochklettern bis zur vierten Exe (Toprope-Umlenkung). Exe aushängen; Herunterklettern bis zum zweiten Bohrhaken; Exe einhängen. Hochklettern zur letzten Exe (jetzt: dritter Bohrhaken). Exe aushängen... kurz gesagt: Wenn's mal wieder länger dauert, schnapp' Dir 'nen Vorstiegskurs.
Wir wissen nach einer Woche Kurs mit Sicherheit auch nicht Alles, aber es tat gut, dass wir schon beurteilen konnten, wenn Leute mit den Gegebenheiten einfach völlig überfordert sind. Teilweise bekamen wir bei den Aktionen der beiden richtig Angst. Glücklicherweise ist den beiden Nichts passiert.
Es gibt übrigens auch Fortschritte, was unseren Mitbewohner angeht. Er frisst mir zwar immer noch nicht aus der Hand (da bin ich aber dran), aber er hat sich immerhin schon bis zu einem Scharnier an der Tür vor gewagt:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/mitbewohner2.jpg
Das füttern bekomme ich bestimmt auch noch hin...

Korsika - Tag 14
Posted in Korsika 2011 on September 15, 2011 by Martin

Gestern Abend haben wir beschlossen, dass wir heute Jana's Fuß etwas schonen wollen. Das hieß zunächst: Ausschlafen! Das haben wir dann auch bis 11 Uhr hinbekommen. Danach haben wir gemütlich gefrühstückt und ab dann war Müßiggang angesagt. Wer uns kennt, der weiß ja, dass Nichts tun eine unserer größten Stärken ist ;-).
Gegen 14:30 Uhr waren wir dann so gelangweilt, dass wir beschlossen in das rund 70 km entfernte Corte zu fahren. Dort sind wir dann gegen 15:45 Uhr angekommen. Ich würde jetzt gerne schreiben, dass es ein schnuckeliges Örtchen ist, dass eine schöne Fußgängerzone in der Altstadt hat. Dem ist aber leider nicht so. Es gab zwar die typischen Geschäfte, in denen man Korsika-Souvenirs kaufen konnte, aber sonst ist da Nichts außer Restaurants, die alle direkt an der Hauptstraße liegen. In einem solchen haben wir uns dann einen durchaus leckeren Eisbecher gegönnt. Das war dann aber auch schon das Highlight von Corte. Es gab da nicht einmal etwas zu fotografieren...
Allerdings mussten ja dafür wieder Auto fahren. Das erinnert mich daran, dass ich gerne von Franziska den Titel „Inselschreck“ beanspruchen würde. Sie hat zwar letzte Woche mehrfach geschafft, dass andere Fahrer angehalten haben, um sie in dem schwarzen Clio vorbei zu lassen. Ich habe das mittlerweile getoppt. Mich winken sogar die Motorradfahrer mittlerweile vorbei. Dabei möchte ich betonen, dass selbst Jana sagte ich würde nicht schlimm fahren, und es ihr auch nicht schlecht war. Egal: Franzi, der Titel ist mein!
Heute haben wir dann auch mal die vorhandene Küche unseres Appartements genutzt um uns Abendessen zu kochen. Es gab Nudeln mit Tomatensauce. Vielleicht noch erwähnenswert sind die 500g Muscheln, die auch noch in der Sauce waren ;-) .
Und nun zu unserem Mitbewohner: Aus der Hand frisst er immer noch nicht und so langsam kommen mir Zweifel, ob das noch etwas wird... . Dafür bietet er uns aber eine tolle Show, da er gerade die Insekten an unserer Hauswand jagt. Dafür pirscht er sich erst langsam in die Nähe, um sich dann mit einem Sprung von 20 – 30 cm auf die Beute zu stürzen. So möchte ich auch mal an einer senkrechten Wand klettern können. Vielleicht denkt der kleine Gecko ja auch: Reibungsklettern macht Spaß!

Korsika - Tag 15
Posted in Korsika 2011 on September 16, 2011 by Martin

Nachdem das gestern ja nicht so wirklich funktioniert hat, Jana's Fuß zu schonen, haben wir das heute erst gar nicht versucht. Stattdessen haben wir heute unsere Wanderschuhe so richtig erprobt. 
Zunächst sollte ich vielleicht erwähnen, dass Jana für die Planung des heutigen Tages verantwortlich war, was heißt: Ich habe sie nicht dazu genötigt den Gipfel des Monte Renoso zu erklimmen. Ich war aber natürlich auch nicht abgeneigt, schließlich will ich in einer Woche 24 Stunden am Stück wandern.
Der Monte Renoso ist ca. 40 km von unserer Bungalowanlage entfernt. Diese Strecke haben wir in rekordverdächtigen 90 Minuten hinter uns gebracht. Das hört sich vielleicht langsam an, aber auf den serpentinenreichen, stellenweise nur einspurigen Straßen, war das gar nicht so einfach. Ein Betonmischer, ein LKW und diverse schleichende Franzosen musste ich aus dem Weg räumen, dass wir diese Zeit schaffen konnten.
Als wir an der Skistation Capannelle von Ghisoni ankamen, standen da auch schon einige andere Wagen, zu denen wir uns gesellten. Von da ab ging es natürlich zu Fuß weiter. Laut des Rother Wanderführers sollte der Aufstieg zum Gipfel ca. 2:15 Stunden dauern. Diese Zeit haben wir auch annähernd geschafft, obwohl wir an einer Stelle den falschen Weg gewählt haben. Der war zwar kürzer, hatte aber zur Folge, dass wir auf sehr kurzer Strecke sehr viele Höhenmeter zurückgelegt haben. Stellenweise ging es da aber nur noch kraxelnd weiter. Als wir dann auf dem Bergkamm angekommen sind konnten wir dieses schöne Bild vom Lac de Bastani, einem Bergsee an dessen Ufer wir vorher entlang gelaufen sind, machen:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/lacdebastani.jpg
Nach einer kurzen Verschnaufpause haben wir dann die restlichen Meter zum Gipfel zurückgelegt. Oben angekommen haben wir natürlich erst einmal die obligatorischen Bilder mit dem Gipfelkreuz gemacht, anschließend den Geocache, der direkt daneben lag geloggt ;-), dann gemütlich Brotzeit gemacht und dabei den folgenden Ausblick genossen:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/gipfelpanorama.jpg
Als wir diesen ganzen Stress auf dem Gipfel abgearbeitet hatten, haben wir uns wieder auf den Weg nach unten gemacht. Diesmal haben wir auch den etwas weiteren, dafür aber flacheren Pfad genommen. Kurz vor dem Erreichen der Skistation haben wir uns noch einmal auf einer der Feuchtwiesen, neben einem kleinen Bach (im Moment eher ein Rinnsal) niedergelassen und ein paar Minuten im Gras gelegen. Nach dem kurzen Päuschen haben wir dann auch noch die letzten Meter zu unserem Auto in Angriff genommen. Dort haben wir uns erst einmal der Wanderschuhe entledigt, etwas mit den diesmal wirklich wilden, aber trotzdem braven, Eseln gespielt, und uns dann in der Hütte an der Skistation ein leckeres Pietra gegönnt. Das ist das meist verkaufte Bier hier auf Koriska. Es wir aus Maronen hergestellt und schmeckt wirklich lecker. Der Preis ist allerdings auch saftig. In der Hütte gab es die 0,25 Liter für günstige (nein, diesmal keine Ironie) 3 Euro. Da kann man in Restaurants auch durchaus mehr dafür bezahlen.
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/2esel.jpg
Danach ging es dann die 40km wieder zurück zu unserem Bungalow, wo wir jetzt so langsam mal mit dem Packen anfangen sollten, da wir hier morgen abreisen werden. Morgen Abend geht um 23:30 Uhr unsere Fähre von Bastia nach Livorno, wo wir um 7 Uhr ankommen werden.

Korsika Tag 16 + 17 - oder: Die Heimreise
Posted in Korsika 2011 on September 19, 2011 by Martin

Soo, mit ein bisschen Verspätung möchte ich euch auch noch über die letzten beiden Tage unseres Urlaubs berichten.
Am Samstag mussten wir ja bis 10 Uhr unseren Bungalow geräumt haben. Das haben wir auch geschafft. Dann sind wir direkt nach Bastia gefahren, wo um 23:30 Uhr unsere Fähre abfahren sollte. Wir wollten versuchen, ob wir noch eine Kabine buchen könnten, da ich ja auf der Hinfahrt kein Auge zugemacht hatte. Das war leider Nichts, da alle Kabinen belegt waren. Dann haben wir versucht eine andere Fähre zu bekommen, aber auch die waren leider alle ausgebucht. Das versprach ja eine tolle Autofahrt zu werden, so ohne Schlaf und mit rund 1000 km zum abspulen...
Jetzt hatten wir ja noch ewig Zeit, bis wir auf das Schiff konnten, und so haben wir beschlossen noch das Cap Corse, ganz im Norden anzusehen, nur damit wir etwas zu tun hatten. Ihr wisst ja, Nichts tun ist unsere Große Stärke ;-). Für eine aus der Not heraus entstandene Idee, war das aber gar nicht schlecht. Es waren nochmal sehr schöne Eindrücke und ganz im Norden konnten wir dann bis nach Elba sehen. Leider waren wir schneller wieder in Bastia, als wir wollten. Gegen 15 Uhr mussten wir uns dann eine andere Beschäftigung suchen.
Mit dem Grauen der kommenden Nacht vor Augen sind wir im Intersport von Bastia eingefallen und haben unser Möglichstes getan, um ein klein wenig schlafen zu können. Wir haben uns neue Schlafsäcke (die wollten wir uns hier eigentlich sowieso schon länger holen) und ein paar billige Isomatten gekauft. Mit unserem neuen Equipment haben wir der bevorstehenden Nacht schon etwas beruhigter entgegen geblickt. Die Einkaufstour hat hat natürlich auch wertvolle Zeit totgeschlagen ;-).
Zum Abschluss haben wir im Stadtkern von noch einmal ein 2 Gänge Menü zu uns genommen: Muscheln als Hauptgang und zum Nachtisch einen sehr leckeren Crêpe. So gestärkt haben wir uns dann gegen 20 Uhr in der Reihe für die Fähre angestellt. Die kam dann mit etwas Verspätung an und gegen 0 Uhr sind wir dann endlich auf unserer Parkposition angekommen. Eine halbe Stunde später haben wir dann unser Lager für die Nacht, im Restaurant des Schiffs, aufgeschlagen. Hier ist ein Bild davon:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/nachtlager.jpg
Trotz unserer aufgebesserten Ausrüstung haben wir in dieser Nacht natürlich nicht wirklich viel Schlaf bekommen. Immer wenn jemand vorbeigelaufen ist, war ich wieder kurz wach und gegen 4 Uhr haben die Bootsleute mit den Vorbereitungen für das Frühstück angefangen. Ab dann war ich wach...
Gegen 7:30 Uhr hatte unser Auto dann wieder festen Boden unter den Rädern und wir sind auf unsere 1000 km Tour gegangen. Die endete aber schnell hinter Livorno. Zumindest vorübergehend. Ich habe nämlich die Autobahnabfahrt „Pisa“ entdeckt. Nachdem das Navi uns sagte, dass der schiefe Turm nur ca. 7 km entfernt war, haben wir dahin noch einen kurzen Abstecher gemacht. Um kurz vor acht am Sonntag ist da noch Nichts los, noch nicht einmal die Souvenirhändler waren da. Ich kann euch sagen: Das Ding steht wirklich sehr schief da. Hier ist ein Bild davon:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/pisa.jpg
Danach ging es dann wieder auf die Heimfahrt. Die endete dann aber wieder auf einem Rastplatz in der Schweiz, kurz nach dem Gotthart Tunnel, vor dem wir rund 2 Stunden im Stau standen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich einfach nicht mehr weiterfahren, weil ich zu müde war. Nach einem Stündchen Schlaf haben wir uns dann auf die zweite Hälfte des Heimwegs gemacht. Die war dann gegen 22 Uhr erfolgreich gemeistert.
So, jetzt noch ein paar Zahlen: Gefahren sind wir in diesem Urlaub nur 3500 km. Das können wir eigentlich besser, aber die Insel ist halt nicht so groß. Auf Korsika haben wir mehr als 10% aller aktiven Geocaches gefunden. Das hört sich nicht schlecht an, aber es sind nur 12 Stück. Die Cache-Dichte ist auf der Insel auch nicht wirklich hoch. Auf der Heimfahrt haben wir, durch geschicktes legen der Pausen, an einem Tag in 4 Ländern Geocaches finden können: Frankreich, Italien, Schweiz und Deutschland.
Auf der Heimfahrt kamen dann erste Gespräche über den Urlaub nächstes Jahr auf. Bisher war da zunächst die Sprache von Irland. Mal sehen, wo es dann wirklich hingeht. Was wir auf jedenfall ernsthaft in Erwägung ziehen ist, mit dem Team von Felsen und Meer im Frühjahr eine Woche Klettern auf Mallorca zu machen. Vivien und Frank werden wir zunächst im Herbst nochmal sehen, wenn wir für ein Wochenende in den Ruhrpott fahren, denn wir müssen schließlich ihren Kletterführer und die beiden Pfannen zurück bringen.
Als Fazit von diesem Urlaub kann man wohl sagen: Der Kletterurlaub mit Felsen und Meer war super. Für Kletterer ist Korsika ein Paradies. Die zweite Woche war natürlich auch noch schön und Korsika ist eine wirklich schöne Insel. Wer mit den Einheimischen mehr in Kontakt kommen möchte, der sollte recht gut französisch, oder zumindest italienisch sprechen können, da man mit Englisch nicht sehr weit kommt. Für uns Deutsche ist der Umgang der Korsen mit dem anfallenden Müll gewöhnungsbedürftig, aber in einem Land, in dem es weder Dosen noch Flaschenpfand gibt, muss man wohl damit als Tourist leben. Was auch auffällig war: die Bierflaschen sind so klein. 0,25 Liter kennt man so wohl sonst nur im Ruhrpott, aber auch daran gewöhnt man sich. Der korsische Wein ist übrigens sehr lecker. Wenn wir noch einmal nach Korsika kommen sollten, dann ist aber auf jeden Fall ein Motorrad im Gepäck, denn die malerischen Küstenstraßen schreien förmlich nach 2 Rädern.
Posted in Korsika 2011 on September 05, 2011 by Martin

Das Wichtigste vorweg: Uns geht es gut. 
Heute war der erste wirkliche Urlaubstag, der mit gemeinsamen Frühstück der Gruppe und einer Vorstellungsrunde begann. Das Primärziel eigentlich aller Gruppenmitglieder ist das Gleiche: Spaß haben beim Klettern, und dabei auch noch etwas lernen. Vivien, Tonio und Frank haben das am ersten Tag auch schon super hinbekommen.
Wir sind von unserer Unterkunft in den Nachbarort, in ein Klettergebiet unterhalb des Leuchtturms, gefahren. Der erste Tag sollte vor allem dazu dienen, dass sich das Betreuerteam ein Bild von dem bisherigen Können der Teilnehmer machen konnte. Dazu wurden in dem Klettergebiet mehrere Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade eingerichtet, die dann von der Gruppe abwechselnd in Angriff genommen wurden. Jana und ich haben uns dabei gegenseitig gesichert. Zumindest bis auf eine Ausnahme, bei der Jana dann dieses Bild gemacht hat.
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/klettern01.jpg
Das hat natürlich den Nachteil, dass ich kein Bild von Jana am Fels machen konnte.
Das Klettern am Fels macht uns viel mehr Spaß als in der Halle, da man sich zum Einen in der Natur befindet, und man zum Anderen nicht Alles so machen muss, wie es sich derjenige, der eine Route gebaut hat, überlegte. Es ist einfach ein ganz anderes Klettern als in der Halle.
Nach unserem Mittagessen (belegte Baguettes, die wir beim Frühstück vorbereitet haben) mussten wir leider das Klettern einstellen, da es zu regnen begonnen hat. Das hatte zwar den Vorteil, dass wir am Nachmittag zwar etwas relaxen konnten, aber dafür sind wir ja eigentlich nicht hier. Wir haben dann auch Frank und Tonio angesprochen, dass wir keinen Regen gebucht haben. Sie gelobten Besserung und haben ihn für den Rest der Woche aus dem Programm gestrichen.
Um 19 Uhr haben wir dann wieder Alle zusammen zu Abend gegessen und haben dabei einen tollen Sonnenuntergang genießen dürfen.
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/sunset.jpg
Danach haben wir noch bei dem einen oder anderen Kaltgetränk zusammen gesessen und unseren ersten Klettertag gemütlich ausklingen lassen.
Morgen geht es dann in ein anderes Klettergebiet, das sich aber auch in unserem Nachbarort befindet. Ich bin mal gespannt, was uns da dann erwartet.
Zum Schluss noch Eines: Ich soll euch einen schönen Gruß von Dieter ausrichten.
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Posted in Korsika 2011 on September 03, 2011 by Martin

So, heute sind wir an unserem Zielort für die erste Woche auf Korsika angekommen. Ja, ihr habt richtig gelesen, diesmal bleiben wir wirklich eine ganze Woche an der gleichen Stelle. In der zweiten Woche dann auch wieder, allerdings wechseln wir da die Inselseite. Verrückt, oder?
Der erste Teil unserer Reise hat uns nach Algajola, im Nordwesten der Insel, geführt, wo wir vom Felsen und Meer Team um Vivien die geheimen Künste des Felskletterns beigebracht bekommen sollen. Na, ob das was wird?
Von der Ankunft hier gibt es im Prinzip Nichts besonderes zu berichten. Das Zimmer ist ok und die Gruppe ist dem ersten Anschein nach auch sehr nett. Das gemeinsame Abendessen (heute Spaghetti Bolognese) wird in einem der gemieteten Appartements von Brigitte gekocht.
Der spannende Teil war bisher eigentlich eher die Anreise. Die hat am Freitagmorgen um 8 Uhr begonnen. Wir haben dann gegen 9 Uhr unsere Mitfahrerin Andrea in Weiterstadt abgeholt und haben uns dann zu dritt, mit einem bis an die Oberkante befüllten Kofferraum auf den Weg in das rund 850 km entfernte Savona in Italien gemacht, wo unsere Fähre um 23 Uhr in See stechen sollte.
Alles lief problemlos, bis kurz bevor wir ihn erreichten, der Gotthard Tunnel aufgrund eines Fahrzeugbrandes gesperrt wurde. Wir haben zum Glück noch rechtzeitig die Ausfahrt der Autobahn erwischt, und konnten so über den Gotthard Pass den Tunnel umfahren. Auch hier hatte sich ein kleiner Stau gebildet, aber das war nichts Tragisches. Um ca. 19 Uhr kamen wir in Savona an und haben uns dann erst einmal ein Restaurant gesucht. Zum Abendessen gab es sehr leckere Pizza, die uns von einer unfreundlichen und arroganten Kellnerin serviert wurde. Nach dem Essen durften wir auch keinen Espresso trinken, da sie uns einfach ignorierte, mussten wir diesen, nachdem ich an der Theke des Restaurants gezahlt hatte (die Kellnerin wollte ich mit solchen Kleinigkeiten dann auch nicht belästigen) eben woanders suchen. In der Eisdiele auf der anderen Straßenseite hatten wir dann Glück und konnten einen Espresso zum mitnehmen kaufen, auf einem Mäuerchen direkt am Strand haben wir es und dann bequem gemacht.
Von da aus haben wir uns dann auf den Weg gemacht, um uns in der Schlange für die Fähre anzustellen. Nach dem Boarding konnte die Corsica Victoria fast pünktlich ablegen. Da es keine Schlafsessel an Bord gibt, und wir keine Kabine reserviert hatten, mussten wir uns einen Schlafplatz suchen. Unsere Wahl fiel auf das Oberdeck (ja, im Freien) der Fähre, wo wir es uns in Liegestühlen, wie sie auch am Strand stehen, ungemütlich gemacht haben. Bilder, wie es in der Nacht auf der Fähre aussah, seht ihr hier:
http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/faehre_innen.jpg

http://www.mw-xp.de/images/Korsika2011/faehre_aussen.jpg
Es hat zum Glück nicht geregnet und die ca. 25° waren auch ok, aber in den frühen Morgenstunden wurde dann leider Alles etwas klamm. Pünktlich um 6 Uhr hat das Bordrestaurant für das Frühstück geöffnet.
Um ca. 8 Uhr hat die Fähre dann heute in Bastia angelegt und wir konnten die restlichen 70 km nach Algajola angehen. Zwischendurch sind wir noch ein wenig durch den Yachthafen von Saint Florent spaziert um uns die Boote und Yachten anzusehen und noch ein wenig am Meer zu sitzen.
In Algajola sind wir dann gegen 12 Uhr angekommen. Gegen 14 Uhr konnten wir dann unser Zimmer beziehen. Ein Problem haben wir mit dem Zimmer allerdings doch: die Entfernung zum Meer könnte kürzer sein. 30 Meter sind einfach zu weit ;-).


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