Sonntag, 15. September 2019

Nordkap - Tag 22 und Fazit

Irgendwann Nachts hat sich die See beruhigt und das Schiff hat nur noch sanft geschaukelt und wir konnten gut schlafen. Unser Frühstück durften wir vor dem großen Panoramafenster am Heck zu uns nehmen.

Kurz vor 10 Uhr konnten wir dann auf das Autodeck unserer Fähre. Zunächst sind wir etwas erschrocken. Nicht weil am Schnabeltier etwas passiert war, dem ging es gut und es stand noch so wie wir es verlassen hatten. Vielmehr war es der Gestank nach Fisch. Dann haben wir gesehen dass aus einem Kühllaster richtig viel Wasser ausgelaufen ist. Scheinbar war der Trailer voll mit Fisch. Die rauhe See vom Vorabend hat also keine Fische auf das Deck gespült, die waren schon vorher da. Das Entladen ging überraschend schnell und so waren wir um halb elf schon mitten in Kiel.

Da das Headset von Jana die letzten Tage immer nur noch sporadisch funktionierte war unser erster Stopp eine Louis Filiale um ein Ersatzmikrofon zu kaufen. Daraus wurde leider nichts, da die Angestellten uns erst ignorierten und anschließend zu verstehen gegeben haben, dass sie keine Zeit für uns hätten. Das kennen wir so von Louis nicht. Normalerweise sind die Angestellten immer total freundlich und hilfsbereit. Vielleicht hatten die hier einfach einen schlechten Tag. Alle gleichzeitig...

Unser Navi zeigte eine geschätzte Ankunftszeit von 18:15 Uhr, allerdings wollte es auch über Landstraßen fahren. Nachdem wir auf Autobahnen umgestellt hatten stand da 15:45 Uhr, was uns deutlich lieber war. Leider hatten da diverse Baustellen und die anderen Verkehrsteilnehmer etwas dagegen, sodass wir erst kurz nach 19 Uhr Zuhause waren. Vielleicht versuchen wir es das nächste Mal doch über die Landstraßen. Am Schluss haben wir 597 km und 4 Tunnel hinter uns gebracht und dafür rund 8 Stunden gebraucht.

Zeit für das Fazit: Wie war es also?

Ich denke es war genau richtig über Finnland an das Nordkap zu fahren und den Rückweg über Norwegen zu nehmen.

Ohne Finnland zu nahe treten zu wollen hat Norwegen einfach die abwechslungsreichere Landschaft. Ein deutscher Auswanderer hat es so formuliert: "Finnland das Land der tausend Seen, die man nie sieht". Da ist etwas dran, denn meistens kann man die Seen nur durch die dichten Birkenwälder erkennen. Trotzdem war es schön in Finnland. Es war genau die richtige Landschaft um den stressigen Arbeitsalltag hinter sich zu lassen. Die Finnen sind ein eher zurückhaltendes Volk. Wer Kimi Raikkonnen schon einmal im Interview erlebt hat weiß was ich meine. Dabei sind sie nie unfreundlich, aber Preise für die Verwendung möglichst vieler Worte werden sie wohl nie bekommen. Vielleicht aber Pokale für die meisten Umlaute pro Wort:





In Irland waren die Badezimmer ja immer etwas abenteuerlich was die Wasserversorgung betraf. Das war hier nicht der Fall. Allerdings ist in Finnland eine Duschkabine ein exotisches Vorkommniss. Es gibt einfach keine. Beim Duschen setzt man das komplette Badezimmer unter Wasser. Das Argument der Finnen ist, dass so das Bad immer sauber gehalten wird.

Norwegen ist schön. Die Landschaft ist einfach toll. Berge, Meer und Fjorde sind eine geniale Mischung. Hier kann man seine Zeit auch wunderbar mit Wandern verbringen. Die Menschen sind auch etwas gesprächiger als ihre finnischen Nachbarn. Duschkabinen kennen sie auch, allerdings meistens unten offen, sodass sich beim duschen trotzdem im Badezimmer kleine Fjorde bilden.

Das Wetter war in beiden Ländern, über die gesamte Zeit weitestgehend auf unserer Seite. Wir hatten nur einen wirklichen, kompletten Regentag. Ansonsten viel Sonne und kleinere Regenschauer. Zum Glück waren wir darauf ja vorbereitet  Das es hier aber im Winter richtig kalt und dunkel werden kann, können wir uns jetzt wirklich gut vorstellen.

Das Nordkap ist um ehrlich zu sein wenig spektakulär. Aber zumindest offiziell ist es nördlichste Punkt und wir waren da .

Das Westkap bietet meiner Meinung nach die schönere Aussicht, da man auf eine malerische Steilküste schaut.

An Norwegen gibt es eigentlich nur eine Sache auszusetzen: Es ist teuer. Und zwar richtig. Hotelzimmer unter 120 Euro sind mit Vorsicht zu genießen. Ein Bier kostet im Restaurant schon seine 10 Euro und auch im Supermarkt zahlt man umgerechnet zwischen 3 und 4 Euro pro Dose. Benzin schlägt gerne mal mit 1,70 Euro pro Liter zu Buche. Aber auch Lebensmittel sind unfassbar teurer. Ein Brot und etwas Wurst und Käse für ein Abendessen kostet schnell mal 30- 40 Euro. Das zahlt man auch für zwei Burger an der Tankstelle.

Was man in beiden Ländern definitiv nicht braucht ist Bargeld. Norwegische Kronen haben wir nur an der Kasse gesehen, wenn ein MSC Kreuzfahrer damit bezahlen wollte. Wir haben im gesamten Urlaub keine einzige Krone in der Hand gehabt. Der Umrechnungsfaktor von 1 zu 10 ist da auch sehr hilfreich um die Kosten trotzdem im Auge behalten zu können.

Können wir uns vorstellen noch mal in beide Länder zu fahren? Definitiv. Aber nicht sofort nächstes Jahr wieder. Lappland im Winter (mit Schneemobil Tour ). Ansonsten ein Urlaub mit viel Zeit zum Wandern, egal in welchem der beiden Länder. Auch Städtetripps nach Helsinki und Oslo sind bestimmt interessant.

Und nun zu den harten Fakten des Urlaubs:

Kosten: Verraten wir nicht .

Zurückgelegte Strecke auf dem Motorrad: 6975 km. Vom Schnabeltier stark verschmutzt aber problemlos bewältigt.

Tunnel: 153, aber manchmal sind wir auch an der Oberfläche unterwegs gewesen.

Fähren: Immerhin auch 14

Donnerstag, 12. September 2019

Nordkap - Tag 21

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den langen beschwerlichen Weg zum Fährhafen in Oslo.
Gegen 9:30 Uhr ging es los. Kurz nach 10:00 Uhr kam unsere Tagesetappe zu einem abrupten Ende. Wir waren angekommen.

Ab dann hieß es mal wieder warten (wie gestern ja bereits befürchtet). Über 2 Stunden. Während dieser Zeit haben wir uns mit einem Ehepaar aus Wiesbaden unterhalten, die Norwegen mit dem Fahrrad unsicher gemacht haben. Das Ziel war bereits zum greifen nah:


Nachdem alle Autos schon auf die Fähre durften kamen dann auch endlich die Fahrradfahrer und Motorräder (jeweils 3) an die Reihe. Das war neu für uns. Normalerweise sind Zweiräder immer die ersten, die an Bord dürfen.
Als wir dann die Parkposition erreicht hatten kam ein mittelschwerer Schock. Wir sollten die GS an einem großen Spanngurt am Boden fest machen. Die sonst üblichen Ösen oder Stahlseile gibt es hier nicht. Auch sonst gab es keine Ausstattung. Keine Keile um die Räder zu blockieren und auch keine Spanngurte. Irgendwann bekam ich dann tatsächlich einen in die Hand gedrückt. Einen. Auf Nachfrage bekam ich freundlicherweise noch einen Zweiten. Normalerweise benutze ich vier. Irgendwas habe ich dann zurecht gebastelt, wie man hier sehen kann:


Der Bootsjunge war zufrieden mit meiner Arbeit (ich bin mir da nicht so sicher) und meinte das würde so passen. Ich bin gespannt wie die GS morgen aussieht...


An Bord haben wir uns dann zunächst auf die Suche nach unserer Kabine gemacht. Das ist bei solchen Fluren gar nicht so einfach:


Schließlich haben wir die gute Stube dann gefunden. Und so sieht es da aus:


Die gut gefüllte Minibar ist übrigens inklusive 😊.

Danach haben wir uns dann auf der Fähre umgesehen und verstehen jetzt warum Leute die Fähre als Minikreuzfahrt buchen. Das ist so ein kleines Las Vegas auf dem Meer. Hier gibt es Shops, Restaurants, Live Shows, ein Casino, einen Spa Bereich, einen Pub und eine Disco. Krass. Schaut selbst:


Die Fahrt bisher ist einigermaßen unruhig (was mich bezüglich unseres Schnabeltiers nicht gerade beruhigt). Teilweise donnern da recht heftige Wellen gegen den Rumpf, aber ganz so heftig wie von den Lofoten auf das Festland ist es nicht, oder man merkt es wegen der größeren Fähre nicht. Ich habe zumindest hier noch keinen eine Spucktüte benutzen sehen. Hoffentlich bleibt es so.


Facts of the day:
Distanz: 38 km.
Kurven: Fehlanzeige.
Tunnel:  7.
Fähren: Eine. Viel zu lange Wartezeit und ich traue der Befestigung noch immer nicht.
Wetter: An Land Sonne. Auf dem Meer stürmisch und leichter Regen.
Wilde Tiere: Elch Gulasch am Buffet.


Mittwoch, 11. September 2019

Nordkap - Tag 20

Heute morgen haben wir ganz bewusst getrödelt, denn wir hatten heute nur das Ziel unser Hotel für diese Nacht zu erreichen. Das bedeutet ich konnte in aller Ruhe den Blog von gestern nachreichen. Kurz vor 12 Uhr ging es dann weiter. Zwar war es nicht mehr dunkel, dafür hat sich das Wetter überlegt man könnte den Schotter mit Regen garnieren. Was das für unser Schnabeltier bedeutet hat seht ihr in diesem Video:


Anschließend ging es über eine gut ausgebaute aber langweilige Straße Richtung Oslo, wo wir morgen um 14 Uhr mit Kurs auf Kiel in See stechen werden. Unser Hotel liegt ungefähr eine dreiviertel Stunde vom Fährhafen entfernt. Das garantiert keinen Stress aber wahrscheinlich wieder jede Menge Wartezeit vor der Fähre.

Abendessen gab es im Hotel und es war lecker.

Facts of the day:
Distanz: 146 km.
Kurven: Fehlanzeige.
Tunnel:  4.
Fähren: Keine.
Wetter: Regen. Teilweise heftig
Wilde Tiere: In einem Kaffee standen jede Menge ausgestopfte Tiere . Unter anderem auch ein Elch.

Nordkap - Tag 19 V2

Der Tag gestern begann - langsam. Irgendwie konnten wir uns nicht so richtig aufraffen. Das Frühstück hat uns auch nicht den nötigen Kick gegeben, aber irgendwann haben wir uns dann doch wieder auf den Weg gemacht.

Unser eigentliches Ziel für heute hieß Lærdal, aber dazu später etwas mehr. Mit Bilder und so.

Auf dem Weg dahin haben wir noch zwei Abstecher zum Jostedalsbreen gemacht. Dabei handelt es sich um den größten europäischen Festlandgletscher. Er ist ca. 40 km lang, 15 km breit und bis zu 500 m dick. Kurz gesagt: Daraus kann man entweder verdammt viele Schirmchendrinks machen, oder auch im Sommer darauf Ski fahren. Oder man fotografiert ihn:


Bei den Abstechern sind wir auch wieder an malerischen Fluss und Bachläufen vorbei gekommen und haben da auch einige Fotostopps eingelegt:


Nachdem das erledigt war ging es dann ernsthaft weiter in Richtung Lærdal. Genau genommen dem Lærdalstunnel. Es handelt sich mit 24,51 km aktuell um den längsten Straßentunnel der Welt. Damit Fahrer nicht einschlafen gibt es ein innovatives Beleuchtungskonzept (ok, eigentlich ist er an 3-4 Stellen bunt beleuchtet). Außerdem ist er bewusst kurvig gebaut und es gibt mehrere Halteplätze. Notausgänge gibt es allerdings keine...


Aus dem Tunnel raus haben wir dann die alte Gebirgsstraße zum Stegastein, einem Aussichtspunkt über den Aurlandsfjord genommen. Und so sieht er aus:


Also der Aussichtspunkt. Der Fjord sieht so aus:


Nachdem wir den Rest der Gebirgsstraße hinter uns gebracht hatten waren wir wieder am Tunneleingang und somit rund 75 km im Kreis gefahren.


Wie das mit Abstechern und Kreisfahrten so ist, sie kosten Zeit. Wir hatten also schon 18:30 Uhr und das Navi zeigte uns noch eine Strecke von 130 km zum Hotel in der Nähe von Gol.
Geschätzte Ankunft 22 Uhr. Der Weg führte uns über die Straße Nummer 52 bei Dämmerung und Nebel durch eine mystisch anmutende Hochebene. Gelegentlich wurde die Landschaft von einzelnen Lichtern im Nebel erhellt (in Norwegen gibt es ein Gesetz dass Häuser eine Außenbeleuchtung haben müssen und die bei Dunkelheit auch eingeschaltet werden muss). Das hat das die Umgebung richtig gespenstisch wirken lassen.

Irgendwann haben wir unserem Navi nicht mehr trauen können, da es uns schon deutlich vor Gol auf irgendwelche kleinen Gassen leiten wollte (ja, das hat ein wenig von einem schlechten Horrorfilm, aber es war wirklich so 😊).
Wir ignorieren die Ansagen und sind erstmal bis zur Stadt gefahren und haben dort ein Schild zu unserem Hotel entdeckt. Natürlich war es mittlerweile stockfinster und natürlich war es eine winzige Straße in den Wald. Irgendwann ging es dann in Schotter über. Ein Autofahrer hat uns gesagt dass das Hotel wirklich noch kommt. 6 km im Wald. Auf Schotter. Bei Dunkelheit. Ich glaube wir haben mehr als eine halbe Stunde für die Strecke gebraucht aber wir sind tatsächlich völlig erschöpft in unserem Hotel angekommen.
Kurz vor 22 Uhr. Die Rezeption war noch besetzt, wir wurden sehr freundlich empfangen (nein, nicht wie in einem schlechten Horrorfilm) und darüber aufgeklärt dass wohl alle Navis Probleme haben das Hotel zu finden. Die Betreiber sind schon mit verschiedenen Kartenherstellern im Gespräch um das korrigieren zu lassen.

Diesmal hatte die GS sogar Parkwächter:


Facts of the day:
Distanz: 418 km.
Kurven: Ja, wieder alles dabei. Inklusive Schotter in der Dunkelheit.
Tunnel:  Rekord verdächtige 27!
Fähren: Eine. Die Wartereihen haben in einem Tunnel angefangen und am Tunnelausgang ist man auf der Fähre gelandet.
Wetter: Bewölkt, nebelig und irgendwann sackenduster.
Wilde Tiere: Selbst nachts im Wald ist kein Elch zu entdecken.


Dienstag, 10. September 2019

Nordkap - Tag 19 V1

Dieser Post ist ausschließlich unseren Eltern, im speziellen den Müttern gewidmet: ALLES IST GUT.

Für den Rest der Welt (und die Eltern) folgen morgen mehr Details.


Montag, 9. September 2019

Westkap - Tag 18

Der Morgen hat gut angefangen. Abgesehen vom Wecker natürlich. Wir konnten den Sonnenaufgang über dem Fjord beobachten. Leider war zu diesem Zeitpunkt kein Aufnahmegerät in Reichweite und deshalb müsst ihr uns das einfach glauben.

Nach dem Frühstück ging es dann auf die Fähre in Richtung Geiranger. Wenn ihr jetzt glaubt ein Déjà-vu zu haben ist das gar nicht so verkehrt. Ja, da waren wir gestern schon, allerdings haben wir heute eine Kreuzfahrt auf dem Geiranger Fjord gebucht. Und hier ist unser Kreuzfahrtschiff:


Man muss nämlich nicht Aida, MSC oder Hurtigruten Passagier sein um über den Fjord zu schippern.
Der Vorteil unserer Variante ist ganz klar: Nach Ankunft (in unserem Fall Hellesylt) muss man nicht in einen Bus, sondern kann mit dem Schnabeltier weiter ziehen. Es gibt aber auch einen Nachteil, den ich euch nicht verschweigen will: Der Kaffee kostet zusätzlich und pro Tasse. In einem Punkt unterscheidet sich diese spezielle Fähre allerdings vom Rest, denn während der Fahrt erzählt ein freundliches Band interessante Geschichten zu den im Sichtfeld auftauchenden Sehenswürdigkeiten. Der Trip hat sich wirklich gelohnt. Auch für euch:


Von Hellesylt aus ging es dann weiter zum Westkap, oder Vestkapp wie es hier heißt. Dieser kleine Abstecher bedeutet dass man rund 100 km doppelt fährt. Einmal hin und dann wieder zurück.
Auf dem Weg dahin haben wir noch eine total idyllische Single Track Road mitgenommen, auf der wir auch eine Zwangspause einlegen mussten. Vor uns stand plötzlich ein LKW der gerade Baumstämme verladen hat. Nach einer halben Stunde konnten wir dann vorbei und weiterfahren.

Die letzten 5 Kilometer der Strecke sind echt abenteuerlich, im Sinne von beschissen.
Da waren Schlaglöcher in denen man ganze Autos verschwinden lassen könnte. Aber trotzdem sind wir froh den Weg gemacht zu haben, denn das hier ist der Ausblick von dort oben:


Außer uns stand dort oben nur ein einsames Kölner Wohnmobil rum. Erst als wir weiter wollten kam noch ein PKW an. Ansonsten war nichts los. Leider war auch das Restaurant geschlossen und so mussten wir auf unser gewohntes norwegisches Gedeck (Kaffee und Waffel oder Zimtschnecke) verzichten.
Es stand zwar zwischenzeitlich nicht gut um uns, aber wir haben tapfer bis zum Abendessen durchgehalten und knapp überlebt.


Abendessen gab es heute im Restaurant Dolce Vita und bei dem Namen war es überraschenderweise Pizza. Im Anschluss haben wir uns noch kurz in Nordfjordeid umgesehen:


Facts of the day:
Distanz: 308 km.
Kurven: Alles dabei. Schnelle, langsame, einfache, anspruchsvolle, Serpentinen,...
Tunnel:  9.
Fähren: Eine Fähre und eine Kreuzfahrt. Die eine ohne, die andere fast ohne Wartezeit.
Wetter: Noch immer Bombe. Beinahe kein Wölkchen am Himmel.
Wilde Tiere: Kühe und Schafe. Spannender wird es wohl nicht mehr.


Sonntag, 8. September 2019

Nordkap - Tag 17

Das wichtigste zuerst: Die Wäsche ist trocken 😊. Und das Hotel wird wohl bei der Heizkostenabrechnung eine Überraschung erleben. Obwohl, selbst bei den Einheimischen ist wohl kein Sommer mehr, denn immerhin tragen sie jetzt Pullover zu ihren kurzen Hosen.

Nach dem Frühstück ging es zu unserem heutigen Ziel: Trollstiegen.
Einer der größten Touristenmagnete in Norwegen und DIE Motorradstrecke schlechthin. Sagt zumindest die Reiseliteratur.
Touristenmagnet: definitiv. Selbst in der Nachsaison. Und auf jeden Fall ist das Panorama super und einen Besuch wert.
DIE Strecke: Naja. Sie ist schön und es gibt auch ein paar Kehren, aber halt auch viele Touristen. In Wohnmobilen. Und Reisebussen. Zügiges fahren kaum möglich. Ich möchte mir gar nicht vorstellenl wie es hier in der Hauptsaison aussieht. Da läuft man vermutlich schneller hoch. Und so sieht die Trollleiter aus:


Auf dem Parkplatz haben wir den Hamburger Motorradfahrer vom Nordkap wieder getroffen. Seine Maschine ist leider auf einer Fähre umgefallen weil der Skipper abgelegt hat bevor sie festgemacht war. Das hat ihn die Scheibe gekostet. Sonst ist zum Glück alles noch heil geblieben.


Von hier aus ging es dann in Richtung unseres Hotels in Valldal. Da wir aber schon um kurz vor vier hier waren haben wir beschlossen einen Teil des morgigen Programms vorzuziehen:


Richtig, der Geiranger Fjord. Ein weiterer Touristenmagnet, wie man auch an dem MSC Kreuzfahrtschiff erkennen kann. Die Passagiere (ja, ALLE Passagiere) konnten wir schon auf dem Trollstiegen kennenlernen. Freundlicherweise werden alle MSC Passagiere mit einem Aufkleber gekennzeichnet, damit ist gleich klar woran man ist.

Wir sind von Geiranger allerdings noch weiter zum Geiranger Sky Walk gefahren. Das sind rund 25 km Serpentinen. Leider auch mit Reisebussen, aber meiner Meinung nach schöner als der Trollstiegen. Am Ende der Strecke wird man mit Schweiß und einem tollen Blick über den Fjord belohnt.


Außerdem liegt hier oben tatsächlich noch Schnee. Für kurze Zeit haben wir auch einen Anhalter mitgenommen. Irgendwann ist er allerdings weg gelaufen:


Von hier aus ging es dann wieder zurück zum Hotel, wo wir ein tolles Zimmer mit Fjordblick bekommen haben.


Facts of the day:
Distanz: 272 km.
Kurven: Oh ja. Viele Serpentinen, vor allem am Sky Walk. Da schraubt man sich auf den letzten 5 km nochmal 500 Höhenmeter den Berg rauf.
Tunnel:  13.
Fähren: Wieder 2. Beide Male haben wir sie zunächst ablegen sehen.
Wetter: Bombe. Kein Wölkchen am Himmel.
Wilde Tiere: Kein Elch. Ich schätze das wird nix mehr.


Samstag, 7. September 2019

Nordkap - Tag 16

Zum Frühstück gibt es eigentlich nichts zu sagen, da wir uns das gestern im Supermarkt selbst gekauft haben. Den Instant Kaffee mussten wir aus Gläsern trinken weil es in der spärlich ausgerüsteten Küche des Apartments keine Tassen gab.

Die Wäsche war natürlich trotz des "Wäschetrockners" noch nass was zu diesen Spätfolgen in unserem heutigen Hotelzimmer geführt hat:


Mal sehen wie es morgen damit aussieht.

Unser Weg führte uns heute entlang der Atlantikstraße nach Ålesund. Die Strecke und das Wetter waren abwechslungsreich. Zum Glück hat es heute nur selten geregnet und ab dem Nachmittag gar nicht mehr. Ich kann mich schon nicht mehr erinnern wann wir zuletzt trocken in einer Unterkunft angekommen sind. Heute war das der Fall.

Entlang der Route wurde natürlich auch wieder die Kamera bemüht:


Auf der Strecke mussten wir auch zwei mal Fähre fahren. Unser Glück hat uns verlassen, denn wir haben beide noch ablegen sehen und mussten auf die nächste Tour warten. Wenigstens schien beide Male die Sonne und bei der zweiten Fähre hat ein netter Mensch einen Geocache versteckt. Das hat uns ungefähr 5 Minuten die Zeit vertrieben.

Aus lauter Verzweiflung kamen wir sogar auf die Idee das hier zu essen:


Unser Vorrat an Trockenfisch belief sich auf 25 Gramm. Nach eingehenden Geruchs und Geschmackstest sind davon noch 23 Gramm übrig. Scheinbar muss man Nachfahre von Wikingern sein damit einem das schmeckt. Wir sind keine.


Unser Hotel liegt mitten im Herzen von Ålesund und so haben wir mal wieder unser Schrittziel bei einem Rundgang durch die Stadt erreichen können. Nach einem verheerenden Brand 1904 wurde die Stadt im Jugendstil neu aufgebaut. So schaut es hier aus:


Unser Rundgang hat uns auch die 418 Stufen auf den Hausberg Aksla geführt. Der Weg dorthin sieht so aus:


Wenn man den dann hinter sich gebracht hat (oder einfach mit dem Auto hochfährt, was natürlich vollkommen spaßbefreit ist) wird man mit einem tollen Blick belohnt:


Zum Abendessen gab es leckeren Fish & Chips am Imbiss gegenüber von unserem Hotel, nachdem wir ohne Reservierung nicht in das zunächst ausgedeutete Restaurant konnten. Der Imbiss hat übrigens bei Google eine Bewertung von 4,2 Sternen. Das Restaurant nur 4,0.


Facts of the day:
Distanz: 206 km.
Kurven: Ja, viele davon trocken und mit Ausblick. 
Tunnel:  6. Davon wieder zwei Unterwasser.
Fähren: 2. Wiedermal mehr Wartezeit als Fahrzeit dafür endlich mal trocken und mit Sonne. Da ist Warten nur halb so wild.
Wetter: Steht oben schon.
Wilde Tiere: Öhm. Mir ist nix aufgefallen. Doch. Ein Pudel der auch die 418 Stufen gelaufen ist.


Freitag, 6. September 2019

Nordkap - Tag 15

Heute morgen war es mal wieder so weit. Wir wollten beide nicht aufstehen. Erst um 08:30 Uhr haben wir den Kampf gegen die uns festhaltende Bettdecke gewonnen. Das war auch höchste Zeit, denn es gab nur bis 9 Uhr Frühstück. Das haben wir noch geschafft.

Unser Weg führte uns heute nach Kristiansund. Diesmal allerdings nicht über große, gut ausgebaute Straßen sondern über schmale Seitenstraßen an der Küste entlang. Das hat deutlich mehr Spaß gemacht als gestern, zumal bis heute Nachmittag die Sonne schien. Wärmer war es trotzdem nicht, aber trotzdem macht Motorrad fahren bei Sonnenschein einfach mehr Spaß.


Unser Weg führte uns auch durch den kleinen Ort namens Orkanger.
Auf einem Schild konnten wir "Little Norway" lesen und schwupps stand die GS auch schon auf einem Schotterparkplatz. Ein netter älterer Mann sprach uns an und hat uns erklärt, dass er ein örtlicher Fremdenführer ist und uns gerne herumführt. Daraus wurde dann nichts weil einer seiner Kollegen aufgetaucht ist und mitbekommen hat dass wir deutsche sind. Er hat früher in Deutschland gelebt und wollte sein sehr gutes Deutsch mal wieder üben. Und das hat er auch 😉.
Neben einem Teil seiner Lebensgeschichte und der seines Sohnes wissen wir jetzt auch dass letzte Nacht ein gewaltiger Erdrutsch in der Nähe von Trollstiegen passiert ist. Aber zurück zu dem Grund warum wir überhaupt angehalten haben. Wie wir jetzt wissen ist "Little Norway" ein Fertighaus von Christian Tham. Für seine Fertighäuser hat er sogar auf der Pariser Weltausstellung 1889 eine Goldmedaille bekommen. Hätte jemand von euch gedacht dass es sich bei diesem Gebäude um ein Fertighaus handelt?


Noch dazu um ein Fertighaus dass schon 14 mal auf und wieder abgebaut wurde? Krass, oder? Versucht das mal mit einem Ikea Schrank. Nachdem unser freundlicher Gastgeber genug deutsch geübt hatte (also nach über 2 Stunden) haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht.
Entlang der Strecke sind folgende Bilder entstanden:


Erinnert ihr euch noch an das Zitat von Mike Tyson? Das hat uns heute leider schon wieder erwischt. Unser Plan war heute wieder Wäsche zu waschen.
Da es in Norwegen aber so gut wie keine Waschsalons gibt haben wir über Air BnB ein Appartement mit Waschmaschine und Wäschetrockner gebucht. Hat es auch. Allerdings haben wir uns unter Wäschetrockner nicht das hier vorgestellt:


Mal schauen wie trocken die Wäsche bis morgen ist...


Facts of the day:
Distanz: 233 km.
Kurven: Ja, viele davon trocken und mit Ausblick.
Tunnel:  6. Aber es gab einen Tunnel - Brücke - Brücke - Tunnel Kombo. Das hat den Highscore nach oben getrieben.
Fähren: 1. Wir haben diesmal nicht die geringste Wartezeit gehabt sondern sind direkt an Bord gefahren. So macht Fähre Spaß.
Wetter: Erst Sonnenschein und später wieder Regen.
Wilde Tiere: Rehe auf einer Lichtung.


Nordkap - Tag 22 und Fazit

Irgendwann Nachts hat sich die See beruhigt und das Schiff hat nur noch sanft geschaukelt und wir konnten gut schlafen. Unser Frühstück dur...