Sonntag, 15. September 2019

Nordkap - Tag 22 und Fazit

Irgendwann Nachts hat sich die See beruhigt und das Schiff hat nur noch sanft geschaukelt und wir konnten gut schlafen. Unser Frühstück durften wir vor dem großen Panoramafenster am Heck zu uns nehmen.

Kurz vor 10 Uhr konnten wir dann auf das Autodeck unserer Fähre. Zunächst sind wir etwas erschrocken. Nicht weil am Schnabeltier etwas passiert war, dem ging es gut und es stand noch so wie wir es verlassen hatten. Vielmehr war es der Gestank nach Fisch. Dann haben wir gesehen dass aus einem Kühllaster richtig viel Wasser ausgelaufen ist. Scheinbar war der Trailer voll mit Fisch. Die rauhe See vom Vorabend hat also keine Fische auf das Deck gespült, die waren schon vorher da. Das Entladen ging überraschend schnell und so waren wir um halb elf schon mitten in Kiel.

Da das Headset von Jana die letzten Tage immer nur noch sporadisch funktionierte war unser erster Stopp eine Louis Filiale um ein Ersatzmikrofon zu kaufen. Daraus wurde leider nichts, da die Angestellten uns erst ignorierten und anschließend zu verstehen gegeben haben, dass sie keine Zeit für uns hätten. Das kennen wir so von Louis nicht. Normalerweise sind die Angestellten immer total freundlich und hilfsbereit. Vielleicht hatten die hier einfach einen schlechten Tag. Alle gleichzeitig...

Unser Navi zeigte eine geschätzte Ankunftszeit von 18:15 Uhr, allerdings wollte es auch über Landstraßen fahren. Nachdem wir auf Autobahnen umgestellt hatten stand da 15:45 Uhr, was uns deutlich lieber war. Leider hatten da diverse Baustellen und die anderen Verkehrsteilnehmer etwas dagegen, sodass wir erst kurz nach 19 Uhr Zuhause waren. Vielleicht versuchen wir es das nächste Mal doch über die Landstraßen. Am Schluss haben wir 597 km und 4 Tunnel hinter uns gebracht und dafür rund 8 Stunden gebraucht.

Zeit für das Fazit: Wie war es also?

Ich denke es war genau richtig über Finnland an das Nordkap zu fahren und den Rückweg über Norwegen zu nehmen.

Ohne Finnland zu nahe treten zu wollen hat Norwegen einfach die abwechslungsreichere Landschaft. Ein deutscher Auswanderer hat es so formuliert: "Finnland das Land der tausend Seen, die man nie sieht". Da ist etwas dran, denn meistens kann man die Seen nur durch die dichten Birkenwälder erkennen. Trotzdem war es schön in Finnland. Es war genau die richtige Landschaft um den stressigen Arbeitsalltag hinter sich zu lassen. Die Finnen sind ein eher zurückhaltendes Volk. Wer Kimi Raikkonnen schon einmal im Interview erlebt hat weiß was ich meine. Dabei sind sie nie unfreundlich, aber Preise für die Verwendung möglichst vieler Worte werden sie wohl nie bekommen. Vielleicht aber Pokale für die meisten Umlaute pro Wort:





In Irland waren die Badezimmer ja immer etwas abenteuerlich was die Wasserversorgung betraf. Das war hier nicht der Fall. Allerdings ist in Finnland eine Duschkabine ein exotisches Vorkommniss. Es gibt einfach keine. Beim Duschen setzt man das komplette Badezimmer unter Wasser. Das Argument der Finnen ist, dass so das Bad immer sauber gehalten wird.

Norwegen ist schön. Die Landschaft ist einfach toll. Berge, Meer und Fjorde sind eine geniale Mischung. Hier kann man seine Zeit auch wunderbar mit Wandern verbringen. Die Menschen sind auch etwas gesprächiger als ihre finnischen Nachbarn. Duschkabinen kennen sie auch, allerdings meistens unten offen, sodass sich beim duschen trotzdem im Badezimmer kleine Fjorde bilden.

Das Wetter war in beiden Ländern, über die gesamte Zeit weitestgehend auf unserer Seite. Wir hatten nur einen wirklichen, kompletten Regentag. Ansonsten viel Sonne und kleinere Regenschauer. Zum Glück waren wir darauf ja vorbereitet  Das es hier aber im Winter richtig kalt und dunkel werden kann, können wir uns jetzt wirklich gut vorstellen.

Das Nordkap ist um ehrlich zu sein wenig spektakulär. Aber zumindest offiziell ist es nördlichste Punkt und wir waren da .

Das Westkap bietet meiner Meinung nach die schönere Aussicht, da man auf eine malerische Steilküste schaut.

An Norwegen gibt es eigentlich nur eine Sache auszusetzen: Es ist teuer. Und zwar richtig. Hotelzimmer unter 120 Euro sind mit Vorsicht zu genießen. Ein Bier kostet im Restaurant schon seine 10 Euro und auch im Supermarkt zahlt man umgerechnet zwischen 3 und 4 Euro pro Dose. Benzin schlägt gerne mal mit 1,70 Euro pro Liter zu Buche. Aber auch Lebensmittel sind unfassbar teurer. Ein Brot und etwas Wurst und Käse für ein Abendessen kostet schnell mal 30- 40 Euro. Das zahlt man auch für zwei Burger an der Tankstelle.

Was man in beiden Ländern definitiv nicht braucht ist Bargeld. Norwegische Kronen haben wir nur an der Kasse gesehen, wenn ein MSC Kreuzfahrer damit bezahlen wollte. Wir haben im gesamten Urlaub keine einzige Krone in der Hand gehabt. Der Umrechnungsfaktor von 1 zu 10 ist da auch sehr hilfreich um die Kosten trotzdem im Auge behalten zu können.

Können wir uns vorstellen noch mal in beide Länder zu fahren? Definitiv. Aber nicht sofort nächstes Jahr wieder. Lappland im Winter (mit Schneemobil Tour ). Ansonsten ein Urlaub mit viel Zeit zum Wandern, egal in welchem der beiden Länder. Auch Städtetripps nach Helsinki und Oslo sind bestimmt interessant.

Und nun zu den harten Fakten des Urlaubs:

Kosten: Verraten wir nicht .

Zurückgelegte Strecke auf dem Motorrad: 6975 km. Vom Schnabeltier stark verschmutzt aber problemlos bewältigt.

Tunnel: 153, aber manchmal sind wir auch an der Oberfläche unterwegs gewesen.

Fähren: Immerhin auch 14

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